KinderWissen (Foto: ©Florian Koch)

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Unser Besserwisser-Archiv

Neue Gedankenräume erobern.

Müssen Tiere Zähne putzen?

12.05.2018

Du putzt fleißig jeden Tag mehrmals deine Zähne. Und jetzt wirst du vielleicht enttäuscht sein. Wilde Tiere machen das nicht. Ein Trost für dich: Sie müssen das auch nicht, weil sie nicht so viele süße Sachen essen wie du. Für Tiger gibt es keine Schokolade und kein Eis. Vor allem die süßen Sachen rufen nämlich Bakterien auf den Plan, die durch Säuren Löcher in deine Zähne "bohren".
Für besonders beanspruchte Zähne hat sich die Natur auch etwas Besonderes einfallen lassen. Der Biber muss zum Beispiel Baumstämme annagen. Eine ganz schön heftige Belastung für die Zähne. Deswegen wachsen seine Schneidezähne auch ständig nach und haben einen besonders harten Zahnschmelz. Und der weiße Hai, der als Räuber gute Zähne braucht, hat gleich ein Revolvergebiss. Fällt ein Zahn aus, wird dieser sofort "nachgeladen" und füllt die Lücke.
Besondere Zähne haben auch die Seekuh und der Elefant. Die Seekuh mümmelt Seegras, vermischt mit Sand. Dieser Sand schmirgelt die Backenzähne ordentlich ab. Im Laufe der Zeit schiebt sich nun der nächste Backenzahn langsam von hinten nach vorne und ersetzt den alten, abgenutzten Zahn. Auch der Elefant hält seine Backenzähne so einsatzbereit.
Zahnweh können wilde Tiere aber trotzdem haben. Das kann ohne Zahnarzt sehr schmerzhaft sein und die Tiere krank machen. Da ist Zähne putzen und zum Zahnarzt gehen doch gleich viel besser, oder etwa nicht?

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 12. Mai 2018)

Weshalb es feste, flüssige und gasförmige Stoffe gibt

05.05.2018

Wasser kennen wir als Eis, Flüssigkeit und Wasserdampf. Diese Zustände nennt man Aggregatzustände. Die drei Aggregatzustände nennt man fest, flüssig und gasförmig. "Ein Stoff besteht aus kleinen Teilchen. Wenn der Stoff fest ist, sind diese starr gebunden. Bei einem flüssigen Stoff sind die Moleküle locker gebunden und beweglicher. Die Teilchen eines gasförmigen Stoffs breiten sich hingegen so weit aus wie möglich", erklärt Dr. Timm Wilke, Juniorprofessor an der TU Braunschweig.

Ob etwas fest, flüssig oder gasförmig ist, ist unter anderem von der Temperatur abhängig. Wasser zum Beispiel gefriert bei 0° Celsius und siedet bei 100° Celsius. In unserem Alltag begegnen uns Stoffe in allen Aggregatzuständen: Luft etwa besteht vor allem aus Sauerstoff und Stickstoff, die gasförmig sind. Metalle hingegen sind bei normaler Umgebungstemperatur fest und müssen stark erhitzt werden, bis sie flüssig sind. "Jeder Reinstoff kann theoretisch alle drei Zustände erreichen. Für manche Stoffe ist das allerdings praktisch unmöglich, weil man extreme Bedingungen braucht oder der Stoff sich zersetzen würde", so Timm Wilke.

Neben der Temperatur spielt auch der Umgebungsdruck eine Rolle. Obwohl wir es meist nicht spüren, übt die Luft um uns herum ständig Druck auf uns aus. Damit Stoffe diesen Druck überwinden und als Gas aufzusteigen können, brauchen sie also viel Energie. Je geringer der Druck ist, desto einfacher geht es. Auf einem hohen Berg zum Beispiel kocht Wasser deshalb schon bei etwa 70° Celsius.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 05. Mai 2018)

Warum es die elektrische Nase schwer hat

02.05.2018

Bratwürste auf dem Grill, müffelnde Sportsachen oder der beißende Geruch von Qualm: Mit unserer Nase können wir die unterschiedlichsten Dinge riechen. Doch nicht nur Nasen von Lebewesen können riechen. Es gibt elektronische Nasen, denen man beibringen kann, bestimmte Gerüche zu unterscheiden.

In Karlsruhe etwa bauen Forscher an so einer elektronischen Nase. Besser gesagt, an einem Sensor, der Gerüche wahrnehmen kann. Die elektronische Nase könnte zum Beispiel lernen, den Geruch eines Brandes zu erkennen. Dann könnte sie Alarm schlagen. Oder sie könnte beim Einkaufen riechen, ob der Fisch noch frisch ist und auf diese Weise eine Vergiftung verhindern.

Und wie sieht diese Nase aus? Sie ist nur wenige Zentimeter groß und besteht aus einem Sensor-Chip mit sehr dünnen Drähten. Dieser Sensor-Chip kann unterschiedliche Gerüche erlernen. Diese Gerüche sind verschieden zusammengesetzte Gas-Gemische, auf die der Sensor reagiert.

Ganz so einfach, wie es klingt, ist die Sache aber nicht. Denn nicht alles riecht immer gleich. "Eine Rose beispielsweise riecht bei Sonnenschein anders als bei Regen", erklärt einer der Forscher. Viele Dinge riechen bei Wärme anders, als wenn es kalt ist. Deshalb müssen die Wissenschaftler noch viel mit der elektronischen Nase üben.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 28. April 2018)

Warum sich Essig und Öl nicht vermischen

21.04.2018

Der Frühling ist da und was gibt es nun besseres als einen leckeren Salat? Oft essen wir den mit Essig und Öl. Ist dir dabei auch schon einmal aufgefallen, dass diese beiden Flüssigkeiten sich nicht vermischen?

"Essig ist eine polare Flüssigkeit. Er besteht - wie viele andere Stoffe auch - aus kleinen Teilchen, die man Moleküle nennt. Ein Essigsäure-Molekül hat Bereiche, die positiv und Bereiche, die negativ geladen sind. Wegen dieser vorhandenen elektrischen Ladungen nennt man die Flüssigkeit polar", erklärt Cornelia Borchert aus der Chemiedidaktik der TU Braunschweig. Negative und positive Ladungen ziehen sich gegenseitig an, weshalb die Moleküle im Essig ganz eng beieinander bleiben. Öl hingegen ist unpolar - die Öl-Moleküle haben also keine Ladung. Darum kann es sich auch nicht mit dem Essig mischen.

Wenn ihr nun Essig und Öl in einem Gefäß schüttelt, seht ihr, dass sich kleine, kugelrunde Tröpfchen bilden. Das liegt daran, dass die Flüssigkeiten jeweils unter sich bleiben und die Kugel dafür die perfekte Form ist.

"Wenn man solche Flüssigkeiten nun doch vermischen will, benutzt man dafür sogenannte Emulgatoren. Das sind Stoffe, die Eigenschaften beider Flüssigkeiten besitzen und so eine Art 'Vermittler'-Position zwischen den Stoffen einnehmen, sodass sie sich mischen", so Cornelia Borchert. Wasser ist übrigens auch eine polare Flüssigkeit, weshalb es sich auch nicht mit Öl vermischen lässt.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 21. April 2018)

Warum breitet der Kormoran seine Flügel aus?

14.04.2018

Huch, was macht der Kormoran denn da? Der große schwarze Vogel sitzt auf einem Holzpflock am Hafen in Bremerhaven und breitet seine Flügel aus.

Aber er startet nicht. Er sieht fast etwas hilflos aus.Lange rätselten die Forscher, was Kormorane bei diesem Verhalten eigentlich machen. Können die Vögel so besser verdauen, ihre Temperatur regulieren oder gibt er Signale an seine Kumpel, dass das Gebiet fischreich ist oder trocknet er einfach seine Flügel? Die meisten Forscher gehen mittlerweile davon aus, dass der Kormoran, damit einfach nur seine Flügel trocknet und dabei auch den Wind mit zur Hilfe nimmt.

Anders als bei fast allen anderen Wasservögeln sind die Federn der Kormorane nämlich nicht völlig wasserabweisend. Kurios! Die Kormorane werden also beim Tauchen nass. Sie tauchen normalerweise ein bis zehn, ausnahmsweise auch mal bis 20 Meter tief. Durch das nasse Gefieder können die Kormorane leichter tauchen, da dadurch der Auftrieb vermindert wird.

Das Gefieder wird jedoch nicht vollständig durchnässt, so dass sich der Vogel nicht ständig trocknen muss. Die Knochen enthalten außerdem nur wenig Luftkammern. Das erleichtert ebenso das Tauchen, erschwert aber das Fliegen. Kormorane fangen beim Tauchen Fisch. Deswegen leben sie bei uns meistens am Meer oder an Seen.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 14. April 2018)

Warum wir uns manchmal nicht verstehen

07.04.2018

Terminologie ist die fachsprachliche Lexik. Das hast du jetzt bestimmt nicht verstanden, oder? Was du im ersten Satz gelesen hast, sind Begriffe aus der Sprachwissenschaft. Dr. Ayse Yurdakul vom Institut für Germanistik der TU Braunschweig erklärt: "In der Wissenschaft gibt es verschiedene Fächer, und die entwickeln jeweils für sich ihre eigene Fachsprache. In der Fachsprache gibt es eine Menge von Begriffen, die speziell für das Fach sind. Diese große Menge nennt man Terminologie. Der einzelne Begriff wird dann wiederum als Terminus bezeichnet."

Aber warum reden nicht alle Menschen "normal" und verzichten auf ihre Fachsprachen - schließlich führt die Benutzung von Fachsprache dazu, dass Außenstehende nichts mehr verstehen. "Der Sinn von Fachbegriffen ist, dass sie einen Sachverhalt ganz genau bezeichnen können. In der Wissenschaft, aber auch in anderen Arbeitsbereichen geht es darum, Dinge möglichst genau zu untersuchen und zu beschreiben", sagt Dr. Yurdakul. Und die Benutzung von Fachsprache ist auch sinnvoll: Ein Mediziner zum Beispiel spricht nicht von Bauchschmerzen, sondern drückt mithilfe von Fachausdrücken ganz genau aus, was dem Menschen in diesem Moment körperlich fehlt.

Neben Fachsprachen gibt es übrigens noch ganz andere Varianten von Sprache, zum Beispiel die Dialekte. Wenn wir also von einer Sprache reden, heißt das, dass darin viele verschiedene Varianten enthalten sind und wir unsere Worte manchmal "übersetzen" müssen, obwohl wir eigentlich die gleiche Sprache sprechen.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 07. April 2018)

Warum ist ein Ei oval?

31.03.2018

Wenn du ein rohes Ei und einen Tischtennisball vorsichtig auf einem Tisch rollen lässt, siehst du, warum es oval ist. Der Tischtennisball fällt sofort über die Tischkante nach unten. Das Ei kullert über den Tisch und dreht sich sogar leicht über die schmalere Seite zurück.

Am deutlichsten wird dieser Vorteil bei den Eiern der Trottellumme, die direkt am Felsen brütet. Das Ei läuft am schmaleren Ende spitz zu. Deswegen dreht es sich in einem engen Kreis um die eigene Achse. So kann es nicht so leicht vom Felsen hinabstürzen. Damit beim Brüten nichts schief geht, ist die Schale außerdem stabil gebaut. Besondere Stabilität ergeben kleine Kalzitsäulen, die direkt nebeneinander in der Schale stehen. Nimm dir mal eine Spaghetti und übe auf ein Ende von oben Druck aus. Sie zerbricht sofort. Wenn du aber viele Spaghetti in die Hand nimmst und bündelst, können sie nicht zur Seite wegknicken.

Auch die ovale Form des Eies trägt dazu bei, dass die Stabilität erhöht wird. Durch die Form wird wie bei einem Brückenbogen die Last eines Druckes entlang der Schale abgeleitet. Erst kürzlich entdeckten Wissenschaftler, dass die Eiform auch etwas mit den Flugkünsten des Vogels zu tun hat. Je wendiger ein Vogel fliegt, umso ovaler ist das Ei. Eine Kugel im Bauch würde die weiblichen Vögel nämlich beim Fliegen behindern.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 31. März 2018)

Eintauchen in eine andere Welt

24.03.2018

Schon immer haben wir versucht, uns in andere Welten zu versetzen, zum Beispiel übers Geschichten erzählen. Die Idee von einer alternativen Realität ist so alt wie die Menschen selbst. "Nichts anderes als das Eintauchen in eine andere Welt ist die computergestützte 'virtual reality'. Nur passiert das eben nicht nur über das Hören oder Fernsehen, sondern es soll der Eindruck entstehen, dass man mitten im Geschehen steckt", erklärt Professor Dr. Marcus Magnor vom Institut für Computergraphik der TU Braunschweig.

Um das zu erleben, trägt man eine große Brille, die ein bisschen aussieht wie eine Skibrille. Darin ist ein Bildschirm eingebaut, auf den man schaut. So hat man eine ganz neue Welt vor Augen und man bekommt von der Außenwelt nichts mehr mit. Mit der Brille auf der Nase kann man herumgucken und sieht alles, was um einen herum geschieht. Dafür sorgen Sensoren, die messen, wohin man seinen Kopf bewegt. Wenn sich das Bild nämlich nicht den Kopfbewegungen anpasst, wird einem ziemlich schlecht.

"Es gibt hier noch einige Herausforderungen", erklärt Marcus Magnor, "in der virtual reality kann man sich noch nicht völlig frei bewegen oder mit ihr interagieren." Hier gibt es schon Lösungsansätze, zum Beispiel, dass man währenddessen auf einem Laufband läuft. Außerdem tüfteln Forscher daran, wie die erzeugten Welten mit realistischen Bildern gefüllt werden können, da die virtual reality bis heute meist mit computergenerierten Bildern auskommt.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 24. März 2018)

Warum hat eine Kartoffel Augen?

17.03.2018

Um es gleich zu verraten: Eine Kartoffel hat natürlich keine richtigen Augen, mit denen sie so wie du sehen kann. Aber kleine Einkerbungen an der Kartoffelknolle, an denen die Kartoffel keimt, nennt man Augen. Wenn ihr Kartoffeln zu Hause habt, guck dir das mal ganz genau an. Und am besten auch eine gekeimte. Das sieht richtig interessant aus! Die Keime soll man übrigens abmachen vor dem Kochen. Diese Keime enthalten besonders viel Solanin. Das ist ein Gift, das man nicht essen sollte.

Die Kartoffel wird über Kartoffelknollen vermehrt. Saatkartoffeln werden in die Erde gelegt und keimen aus. Die Pflanze wächst und blüht und erzeugt unterirdisch viele weitere Speicherorgane. Diese können dann je nach Sorte ungefähr von Juni bis Oktober geerntet werden. Wenn eine Kartoffelpflanze geblüht hat, können auch echte Früchte entstehen, die aussehen wie sehr grünliche Tomaten. In diesen ebenfalls giftigen Beerenfrüchten reifen viele Samen heran, die auch gesät werden können. Kartoffeln werden aber im Allgemeinen aus Kartoffeln vermehrt und nicht aus den Samen. Apropos Tomaten. Die Kartoffel, die ursprünglich aus Südamerika stammt, ist auch mit der Tomate verwandt. Neben dem guten Geschmack hat die Kartoffel auch noch mehr zu bieten: Sie enthält beispielsweise sehr viel Vitamin C!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 17. März 2018)

Woraus unsere Klamotten sind

10.03.2018

Die meisten unserer Klamotten sind aus Baumwolle. Aber was ist das eigentlich genau?

"Baumwolle gehört zur Familie der Malvengewächse und ist zum Beispiel mit Stockrosen oder Hibiskus verwandt", erklärt Dag Pfannenschmidt von der Grünen Schule Braunschweig. Sie wächst gut in warmen Gebieten, in denen es nicht zu oft regnet. Deshalb wird die Baumwolle heute weltweit in den Tropen und Subtropen angebaut.

Von der Pflanze nutzt man vor allem die Samenhaare. Sie bilden etwa faustgroße Knäule, die aussehen wie Watte. "Sie entstehen, wenn die Frucht der Baumwolle reift und schließlich aufplatzt. Die weißen Haare umgeben die Samen der Pflanze. Sie werden bis zu 6cm lang, sind schraubig verdreht und dabei gleichzeitig etwas abgeflacht. Sie sehen also ganz anders aus als unsere menschlichen Haare", so Pfannenschmidt.

Geerntet wird die Baumwolle mit Maschinen oder per Hand. Anschließend wird der Samen in einer Maschine entfernt und aus den Haaren wird Garn hergestellt, mit dem dann unsere Kleidung produziert wird. Übrigens wird aus Baumwolle auch Watte und aus den Samen Öl, z.B. für Margarine, hergestellt. Die Menschen nutzen Baumwolle schon seit etwa 3000 Jahren. Weil heute so viel Kleidung hergestellt wird, wird auch immer mehr Baumwolle produziert. Durch den Einsatz vieler giftiger Pflanzenschutzmittel und Dünger beim Anbau wird unsere Umwelt leider stark belastet. Wenn man aber nicht ganz so viele Klamotten kauft und darauf achtet, woher die Baumwolle kommt, kann man dem entgegenwirken.

Übrigens hat uns Dag Pfannenschmidt noch verraten, dass man aufgeblühte Baumwolle auch im Sommer im Viktoriahaus des Botanischen Gartens Braunschweig bestaunen kann!

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 10. März 2018)

Warum schillern Seifenblasen in bunten Farben?

03.03.2018

Seifenblasen: Ob klein oder groß, kaum sind sie in der Luft, ziehen sie die Massen an. Scheint dabei auch noch die Sonne, schillern diese Seifenblasen in bunten Farben. Moment, Farben? Wo kommen die plötzlich her? Das Sonnenlicht, das auf die Seifenblasen trifft ist weiß. Dass sich darin viele Farben verbergen, hast du bestimmt schon gesehen. Und zwar wenn es gleichzeitig regnet und die Sonne scheint.
Das Ergebnis ist für dich als farbiger Regenbogen sichtbar! Bei Seifenblasen tauchen auch plötzlich Farben auf. Das liegt an der Seifenblasenhülle, die unterschiedlich dick ist. Trifft das Sonnenlicht auf die Seifenblase wird es von der Innenseite oder der Außenseite der Blase zurückgeworfen. Dabei kommen sich manche der zurückgeworfenen Strahlen so nah, dass sie sich gegenseitig verändern. Das nennt man Interferenz. Das kannst du dir wie bei Wellen im Meer vorstellen. Treffen dort Wellen aufeinander, sehen die weiterlaufenden Wellen auch anders aus. Das Ergebnis ist verblüffend. Ganze Farbanteile können ausgelöscht oder verstärkt werden. Und dann siehst du schillernd bunten Farben auf der Seifenblase. Viel Physik, aber der Eindruck bleibt wie beim Regenbogen: Einfach wunderschön!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 03. März 2018)

Was ist die Zentrifugalkraft?

24.02.2018

Haben euch eure Eltern schon einmal bei den Händen genommen und herumgeschleudert? Wenn man das richtig schnell macht, fliegen die Füße hoch und nach außen. Das haben eure Eltern vielleicht Zentrifugalkraft genannt.

Wusstet ihr, dass das nur eine Scheinkraft ist? Dr. Anne Geese von der Abteilung Physik und Physikdidaktik der TU Braunschweig erklärt: "Es handelt sich eigentlich um ein Zusammenspiel zweier Kräfte, nämlich der Zentrifugalkraft und der Zentripetalkraft." Die Fugalkraft spürt ihr als die Kraft, die euch nach außen zu ziehen scheint. Die Zentripetalkraft dagegen wirkt nach innen. Zentripetal bedeutet übersetzt zur Mitte hin ziehen. Beim Herumschleudern müssen eure Eltern euch festhalten und zu sich hinziehen. Eure Eltern müssen also besonders viel Kraft aufwenden. Wenn sie euch loslassen würden, dann würdet ihr nämlich in einer geraden Bahn wegfliegen. Dem Zusammenspiel ist es also zu verdanken, dass es sich so anfühlt, als würde man nach außen gedrückt. Das ist die Zentrifugalkraft (übersetzt: flüchtend).

"Dieses Zusammenspiel funktioniert allerdings nur bei einer Drehbewegung. Je mehr Umdrehungen es gibt, desto größer sind die Kräfte, die wirken", so Anne Geese. Diese Phänomene kann man auch woanders beobachten. Wenn ihr zum Beispiel einen Eimer Wasser herumschleudert, platscht das Wasser nicht heraus, auch wenn der Eimer für kurze Zeit über euch ist. Wenn ihr den Wassereimer aber einfach nur über euren Kopf haltet, werdet ihr nass.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 26. Februar 2018)

Warum hat der Hammerhai seinen komischen Kopf?

17.02.2018

Super, dass man einen Hammerhai an seinem Kopf so gut erkennen kann, oder? Ein toller Name! Tatsächlich verbergen sich dahinter mehrere Arten. Und die Wissenschaftler rätseln auch weiterhin, warum diese Kopfform so außergewöhnlich ist. Am ausgeprägtesten ist diese zum Beispiel beim Großen Hammerhai. Dabei gibt es verschiedene Annahmen. Der Hammerhai soll damit besser sehen können. Tatsächlich hat er zum Beispiel eine bessere Rundumsicht. Die Augen liegen ja sehr weit auseinander. Auch riechen kann der Hai sehr gut. Durch die Kopfform kann er besser feststellen, aus welcher Richtung ein Geruch kommt. Außerdem hat man am Kopf viele Lorenzinische Ampullen gefunden. Dies ist der Elektrosinn des Hais. Er kann damit zum Beispiel spüren, wenn die Beute mit den Muskeln zuckt.

Die Kopfform soll ihm außerdem beim Schwimmen helfen. Der Hammerhai ist damit in der Lage, ganz enge Kurven zu schwimmen. Außerdem wurden Hammerhaie schon dabei beobachtet, wie sie mit dem großen Kopf Beute auf dem Boden festhielten.

Eins steht jedoch auf jeden Fall fest: Durch die Kopfform nimmt der Hammerhai einen unvergesslichen Platz in unserem Gedächtnis ein!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 17. Februar 2018)

Was sind Polarlichter?

10.02.2018

Vielleicht hast du schon einmal Fotos von einem grün oder rot gefärbten Nachthimmel gesehen - hier handelt es sich um Polarlichter. Aber was ist das überhaupt und wie entstehen sie?

Barbara Altstädter ist Diplommeteorologin und arbeitet am Institut für Flugführung der TU Braunschweig. Sie erklärt: "Polarlichter entstehen, weil die Sonne kleine, elektrisch geladene Teilchen aussendet. Das nennt man Sonnenwinde. Die Teilchen, vor allem positiv geladene Protonen, treffen auf die Erdatmosphäre. Unsere Atmosphäre besteht vor allem aus Stickstoff und Sauerstoff. Wenn nun die geladenen Teilchen, die von der Sonne kommen, auf die Sauerstoff- und Stickstoffteilchen in der Atmosphäre treffen, wird Energie freigesetzt. Die können wir in Form von Polarlichtern erkennen." Grünliches Licht hängt dabei mit dem Stickstoff, rötliches mit dem Sauerstoff zusammen. Das Phänomen spielt sich in etwa 100 bis 200 Kilometern Höhe ab - zum Vergleich: Wolken hängen auf etwa 10 Kilometern Höhe.

Polarlichter können wir nur in der Nacht sehen, weil es tagsüber zu hell ist. Besonders häufig sieht man Polarlichter nahe des Nord- oder Südpols. "Das hängt damit zusammen, dass die Erde von einem Magnetfeld umgeben ist, das immer in Richtung der Pole strebt. Darum ist dort besonders viel Energie vorhanden", sagt Frau Altstädter. Man kann Polarlichter aber auch in unseren Breitengeraden und sogar noch weiter Richtung Äquator sehen. Dafür müssen die Sonnenwinde allerdings sehr stark sein und es dürfen keine Wolken die Sicht versperren.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 10. Februar 2018)

Was ist ein Dreikäsehoch?

03.02.2018

Im Alltag kannst du immer mal wieder auf Maßeinheiten treffen, die du vielleicht noch nicht gehört hast. Zum Beispiel könnte es dir passieren, dass deine Mama ein Dutzend Eier auf dem Markt kaufen möchte. Wie viel bekommt sie dann? Genau 12. Etwas häufiger hört man mal: Dutzende Bücher wurden verkauft. Man meint damit einfach viel. Ein weiteres Beispiel ist der Ausdruck Dreikäsehoch. Wenn du hörst: "He, du Dreikäsehoch", ist dies lustig und auch etwas abwertend gemeint. So nach dem Motto: Du bist noch so klein, was hast du dazu zu sagen. Der Ausdruck kommt eventuell wirklich von Käse: Hast du schon einmal einen Käselaib gesehen? Wenn man drei davon übereinanderstapelt, ist dies immer noch nicht sehr hoch.

Andere Wissenschaftler vermuten, dass das Wort hingegen nichts mit Käse zu tun hat, sondern vom französischen Wort caisse abstammt. Übersetzt heißt dies Kiste. Das Ergebnis bleibt das gleiche. Drei Kisten aufgestapelt, sind immer noch nicht sehr hoch.

Du merkst aber, dass die genannten Maßeinheiten nicht sehr genau oder zu kompliziert sind. Davon gab es früher noch viel mehr: Die Elle, Fuß etc. Irgendwann hat man sich dann lieber auf allgemein gültige Maßeinheiten geeinigt. In der Sprache taucht aber so mancher Begriff immer noch auf. Wenn du Lust hast, verwende sie und bewahre sie vor dem Aussterben!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 03. Februar 2018)

Was ist eine Koalition?

27.01.2018

Im September war die Bundestagswahl und noch sind die Parteien auf der Suche nach einer geeigneten Koalition. Aber was ist das eigentlich? "Koalitionen sind Zusammenschlüsse mehrerer Parteien, die gemeinsam eine Regierung bilden wollen", erklärt Professor Nils Bandelow vom Institut für Sozialwissenschaft der TU Braunschweig. Bei der Bundestagswahl wählen die Bürger das Parlament. Eine stabile Regierung braucht eine Mehrheit. Da in Deutschland eine Partei selten genug Sitze hat, um die Mehrheit zu stellen, muss sie mit anderen Parteien eine Koalition bilden und bis zur nächsten Wahl zusammenarbeiten.

Für die Bildung von Koalitionen gibt es keine verbindlichen Regeln. Wenn die Parteien erst prüfen wollen, ob und unter welchen Bedingungen sie vielleicht zusammenarbeiten wollen, nennt man die Gespräche "Sondierungen". "Im Anschluss kommt es zu den Koalitionsverhandlungen. Hier besprechen die Parteien in Arbeitsgruppen Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Finanzfragen. Die Ergebnisse werden schließlich in einem Koalitionsvertrag festgehalten", so Professor Bandelow. Der Koalitionsvertrag dient vor allem dazu, Konflikte während der Zusammenarbeit zu vermeiden und gemeinsame Ziele zu formulieren.
Rechtlich bindend ist er aber nicht. Den Prozess, wie eine Koalition gebildet wird, kannst du im Moment gut nachvollziehen, weil die Parteien CDU, CSU und SPD sich genau darauf einigen wollen.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 27. Januar 2018)

Warum bildet heißer Kakao eine Haut?

20.01.2018

Jetzt, wo gerade das Wetter mal wieder nur grau in grau ist, macht man sich doch gerne mal mit einer heißen Tasse Kakao und einem Buch einen kuscheligen Nachmittag. Doch was stört dabei regelmäßig die Gemütlichkeit? Auf der Oberfläche des Kakaos bildet sich eine Haut. Die meisten Menschen finden diese nicht gerade appetitlich. Wenn du diese Haut vermeiden willst, gibt es nur eins: Du musst während des Kochens rühren, rühren, rühren. Denn dann kann gar keine Haut entstehen. Die zweite Möglichkeit ist natürlich den Kakao einfach kalt zu trinken. Die Haut entwickelt sich nämlich beim Erhitzen. Die dritte Möglichkeit ist, du nimmst einen Löffel und entfernst die Haut einfach.

Warum bildet sich diese Haut überhaupt? Wenn du das Kakaopulver in Milch gibst, sind in dieser Milch nämlich viele Eiweiße enthalten. In kalter Milch tummeln diese sich knäuelförmig in der Milch. Werden diese Eiweiße jetzt erhitzt, verändern sie ihre Form, entwirren sich und verkleben zu netzartigen Strukturen. Dies ist die Haut, die du auf deinem Kakao verbunden mit Fett schwimmen siehst. Durch das Rühren verhinderst du einfach, dass sich die erhitzten Proteine zu Netzen verbinden können. Also beim nächsten Mal einfach: Sanfter kochen, damit sich die Eiweiße nicht so stark verändern und in Ruhe rühren und mit derselben Ruhe genießen!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 20. Januar 2018)

Fahren Autos bald selbstständig?

13.01.2018

In Zeitungen oder im Fernsehen liest und hört man häufig von autonom fahrenden Autos. Aber was heißt das eigentlich?

Jens Rieken forscht am Institut für Regelungstechnik an der TU Braunschweig. Er erklärt: "Autonomes Fahren bedeutet, dass ein Fahrzeug selbstständig fährt. Dafür muss das Auto im Straßenverkehr alles erkennen, was ein menschlicher Fahrer auch erkennt, etwa Ampeln, Verkehrshindernisse oder Geschwindigkeitsvorgaben. Dafür braucht es viele Sensoren, wie zum Beispiel Kameras und Radarsysteme."

Man spricht momentan aber eher von Assistenzsystemen. Der Unterschied ist, dass der menschliche Fahrer beim assistierten Fahren zwar wenig tut, aber das Auto überwacht und die Verantwortung trägt. "Assistenzsysteme werden heute schon verwendet. Neuere Autos können zum Beispiel die Geschwindigkeit selbst halten oder bleiben automatisch in ihrem Fahrstreifen. Diese Systeme sind gut geeignet für die Autobahn. Im Stadtverkehr funktionieren sie schlechter, weil dort viel mehr zu beachten ist", so Rieken.

Das autonome Fahren hat einige Vorteile, denn es ermöglicht Mobilität für Menschen, die nicht selbst Auto fahren können. Bis Autos autonom fahren, werden wir aber noch warten müssen, denn noch können die Autos ihre Umgebung nicht so gut wahrnehmen wie der Mensch. Autonomes Fahren bedeutet nämlich auch, dass das Auto - und nicht mehr der Mensch - für Fehler und Unfälle verantwortlich ist. Dafür müssen noch einige technische und rechtliche Hürden gemeistert werden.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 13. Januar 2018)

Warum zieht ein Käse Fäden?

06.01.2018

Eine Pizza liegt vor dir: Du nimmst ein Stück und der Käse darin zieht fantastische Fäden. So sehr, dass du ein bisschen mit dem Stück kämpfen musst, bist du es in den Mund bekommst.

Warum zieht ein Käse Fäden? Dies liegt an den Inhaltsstoffen des Käses und deren Struktur. Da Käse aus Milch hergestellt wird, enthält er hauptsächlich Milcheiweiß, Fett und Wasser. Die Eiweißmoleküle bilden ein netzartiges Gerüst. In diesem Gerüst ist das Wasser und das Fett eingelagert.

Erhitzt man nun den Käse kommt alles durcheinander. Das Fett wird weich und dehnt sich. Gibt man weiter Hitze zu, wird schließlich auch das Eiweiß weich und schön biegsam. Die Netzstruktur lockert sich und dehnt sich aus. Vor allem dank des Eiweißes kann man nun Fäden ziehen. Dass dies bei den unterschiedlichen Käsesorten mal schlechter und mal besser funktioniert, liegt daran, dass die Käsesorten verschiedene Anteile an Fett und Eiweiß enthalten.

Außerdem spielt der Reifegrad des Käses eine Rolle. Bei der Reifung wird Fett und Eiweiß abgebaut. Die Netzstruktur des Eiweißes wird langsam zerlegt und das Fädenziehen hört auf. Veranstalte doch einmal mit deinen Eltern einen Käsewettbewerb im Fädenziehen. Garniere einfach Toastscheiben mit verschiedenen Käsesorten z. B. mit jungem Edamer, Parmesan oder Weichkäse und erhitze sie im Backofen. Welcher Käse gewinnt?

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 06. Januar 2018)

Warum klebt Kaugummi nicht im Mund?

23.12.2017

Kaugummi ist eine tolle Erfindung: Packung aufreißen und rein damit in den Mund. Man hat so gleich weniger Hunger, ist beschäftigt und hat einen frischen Atem. Nur dann wird es eklig. Der Kaugummi wird manchmal ganz unschön entsorgt. Dann tritt der nächste rein und der Kaugummi klebt unter den Schuhen oder noch schlimmer man setzt sich drauf. Der Kaugummi geht dann nicht mehr aus der Hose raus. Aber warum klebt Kaugummi nicht im Mund? Kaugummi ist wasserabweisend. Durch das Kauen wird er weich. Im Mund ist soviel Speichel, so dass er im Mund nicht kleben bleibt. Unter der Sohle ist jedoch kein Wasser. An die Sohle oder auf dem Boden kann sich der Kaugummi sehr gut an alle Unebenheiten anschmiegen. Zudem ist er dann auch nicht in einem ablösbar, sondern zieht noch Fäden.

Sollte ein Kaugummi an deiner Kleidung hängen bleiben, kannst du mal folgenden Trick ausprobieren. Wenn du das einfach so Mal testen möchtest, dann verwende einfach einen Stoffrest. Und schon geht es los: Einfach Kaugummi kauen und mit dem Stoffrest verkleben.

Den Stoff dann in einen Gefrierbeutel stecken und ab damit in den Gefrierschrank. Der Kaugummi friert ein, wird hart und lässt sich dann leicht ablösen. Erstaunlicherweise wird er nur ganz schnell wieder weich, so dass oft noch Reste hängen bleiben. Dann einfach noch einmal einfrieren!

Kaugummi klebt bei kalten Temperaturen nicht so doll.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 23. Dezember 2017)

Was ist die Schallmauer?

16.12.2017

Bestimmt hast du schon einmal einen Film oder Comic gesehen, in dem die Schallmauer durchbrochen wurde - hast du dich dabei auch gefragt, was das eigentlich ist?

"Der Schall breitet sich in der Luft mit gleichbleibender Geschwindigkeit kugelförmig aus. Das kann man sich etwa vorstellen wie die Wellen, die entstehen, wenn man einen Stein ins Wasser wirft", erklärt Jochen Kirz vom Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Wie schnell der Schall ist, hängt von der Lufttemperatur ab. Bei 20° C legt der Schall eine Strecke von etwa 343 Metern pro Sekunde, bzw. 1235 Kilometern pro Stunde zurück. Wenn nun ein Flugzeug schneller fliegt als der Schall, überholt es seine Schallwellen und es bildet sich vorne eine kegelförmige Stoßwelle. Der Luftwiderstand steigt durch die Stoßwelle stark an, weshalb man von der Schallmauer sprechen kann. Das erste Mal schaffte es 1947 ein Flugzeug die Schallmauer zu durchbrechen.

"Die Luft vor dem Flugzeug wird zur Stoßwelle verdichtet, was wir als Überschallknall hören können. Die gängige Vorstellung, dass es nur einmal knallt, ist übrigens falsch. Eigentlich knallt es durchgehend, wenn man schneller als Schallgeschwindigkeit fliegt, allerdings nimmt der Beobachter dies nur einmal wahr", so Jochen Kirz. Den Überschallknall kann man übrigens auch hören, wenn man eine Peitsche benutzt. Der Knall einer Peitsche entsteht nämlich auch in der Luft, weil ihre Spitze sich schneller als Schallgeschwindigkeit bewegt.

Das erste Mal schaffte es 1947 ein Flugzeug die Schallmauer zu durchbrechen.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 16. Dezember 2017)

Was ist eigentlich Zuckerwatte?

09.12.2017

Gerade jetzt hat die Zuckerwatte wieder Hochsaison auf den Weihnachtsmärkten. Ob weiß oder bunt - sie ist bei vielen Kindern beliebt. Doch was ist eigentlich Zuckerwatte und wie entsteht sie? Zuckerwatte hat nichts mit Watte zu tun, die man zum Beispiel zum Abschminken verwendet. Richtige Watte besteht aus Baumwollfasern oder chemisch hergestellten Fasern.

Das Geheimnis von Zuckerwatte ist vor allem Zucker, Hitze und eine spezielle Maschine, die aussieht wie eine große Schüssel. In diese wird in die Mitte ein Kolben Zucker eingefüllt. Dieser ganz normale Haushaltszucker wird erhitzt und so verflüssigt. Und dann aus kleinen Löchern in dem Kolben durch die Drehung herausgeschleudert. Bei diesem Flug kühlt der Zucker ab und erstarrt zu dünnen Fäden. Diese Fäden werden dann mit einem Holzstab aufgenommen und zu der wunderschönen Zuckerwatte verklebt.
Natürlich können vorher noch Aromastoffe oder Farbstoffe hinzuge- geben werden. Lecker!

Aber warum ist der Zucker erst so hart und dann nach dem Erhitzen so weich wie Watte? Das liegt an seiner Struktur. Zuerst sind die Teilchen im Zucker sehr regelmäßig geordnet. Beim Schmelzen kommt diese Ordnung ziemlich durcheinander. Und dann wird der Zucker so schnell wieder fest, dass keine schöne Ordnung mehr entstehen kann. Diese unregelmäßige Struktur hat aber einen Vorteil: Die Fäden sind dann so weich wie Watte!

Zuckerwatte ist besonders bei Kindern beliebt.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 09. Dezember 2017)

Ein Ökosystem auf der Haut

02.12.2017

Händewaschen ist eine super Sache. Nach der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder der Toilette sollten wir uns die Hände waschen, um "schlechte" Bakterien loszuwerden, die uns krank machen können (man nennt diese "Pathogene").

Manche benutzen dazu antibakterielle Seife, also Seife mit zusätzlichen Inhaltsstoffen, die alle Bakterien abtöten sollen. Das ist aber gar nicht so gut, weiß Nadine Koch, Doktorandin am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. "Bakterien sind nicht immer schlecht", erklärt sie. "Unser ganzer Körper ist belebt von Bakterien, Viren, Pilzen und Einzellern. Gemeinsam bilden wir ein Ökosystem." Die Mikroorganismen unterstützen unser Immunsystem und bilden eine Art Barriere, die es den Pathogenen erschwert, an unserer Haut zu haften. Reines Wasser perlt von der Haut einfach ab, aber in Seifen befinden sich fettlösende Stoffe (Tenside), die die Fettbindungen auf unserer Haut auflösen. "Damit waschen wir die Pathogene einfach weg. Benutzen wir aber zu viel oder auch antibakterielle Seife, zerstören wir damit unser Hautklima, weil auch die nützlichen Bakterien weggewaschen werden und sich die Schutzschicht der Haut nicht schnell genug regeneriert", so Nadine Koch. Die antibakteriellen Seifen haben also keinen zusätzlichen Effekt im Kampf gegen Krankheitserreger und stellen sogar eher ein Gesundheitsrisiko dar, wie wissenschaftliche Studien zeigen konnten. Darum ist es besser, die Hände mit ganz normaler Seife zu waschen.

Hände waschen ist wichtig.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 02. Dezember 2017)

Kann man Buchstabensalat lesen?

25.11.2017

Wenn man am Computer schreibt, passiert es ganz leicht, dass man sich mal vertippt. Trotzdem kann man manchmal den Text noch lesen.

Probiere es einmal aus: Sechneflöckhcen, Wießröckcehn, wnan kmomst du geshcniet? Du whonst in den Wloken, dien Weg ist so wiet. Na, hast du herausgefunden, was da geschrieben steht? Genau, es ist der Liedanfang des bekannten Liedes "Schneeflöckchen, Weißröcken". Richtig steht dort: Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit? Du wohnst in den Wolken, dein Weg ist so weit. Geschrieben wurde die erste Fassung des Textes 1869 von der Breslauer Kindergärtnerin und späteren Lehrerin Hedwig Haberkern. Mit ein bisschen Übung kannst du den Text trotzdem lesen. Aber nur, wenn die ersten und letzten Buchstaben der einzelnen Wörter richtig sind und nur die anderen Buchstaben vertauscht sind.

Warum das geht? Lesen bedeutet nicht buchstabieren. Das heißt: Du liest nicht jeden Buchstaben einzeln, sondern erfasst das Wort im Ganzen. Dabei scheint es dem Gehirn egal zu sein, ob die Buchstaben in der Mitte in der richtigen Reihenfolge sind. Nimm dir doch einmal dein Lieblingslied und schreibe es als Buchstabensalat um. Jetzt mach den Test: Wer kann den Salat am besten lesen? Dabei wirst du auch herausfinden, dass die Wörter nicht zu lang sein dürfen. Ansonsten wird es doch Salat.

Lesen bedeutet nicht buchstabieren.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 25. November 2017)

Wie entstehen Wellen?

18.11.2017

Ohne Wellen wäre das Meer ganz schön langweilig. Aber wie entstehen die eigentlich?

"Die Wellen, die wir als solche kennen, sind vor allem Windwellen", erklärt Stefan Schimmels vom Forschungszentrum Küste (FZK) in Hannover. "Auf hoher See bläst der Wind kräftig über das Wasser und zieht es mit. Je länger die Windstrecke ist, desto stärker werden die Wellen." Den Effekt von Wind kannst du auch schon auf einem Teich beobachten, wenn sich die Wasseroberfläche bei einem kleinen Windstoß kräuselt. Das gleiche passiert auf dem Meer - nur viel stärker.

Wellen können tausende Kilometer weit wandern. Dabei bewegt sich aber nicht das ganze Wasser mit, sondern nur die Energie. Die Wellen pflanzen sich fort, indem sich die Wasserteilchen gegenseitig anstoßen. "Die einzelnen Wasserpartikel fließen also nicht wie in einem Fluss, sondern bewegen sich nur auf Kreisbahnen. Das bedeutet, dass die Wasserpartikel an einem Punkt starten und da auch wieder ankommen. Wenn das ganze Wasser mitkommen würde, wäre das Meer ja leer", sagt Schimmels.

Wellen können sich übrigens unterschiedlich schnell fortbewegen. Lange Wellen bewegen sich auf dem offenen Meer zum Beispiel schneller fort als kurze. Wenn die Wellen brechen, verlieren sie einen großen Teil ihrer Energie. An der Küste brechen Wellen dann, wenn die Wassertiefe im Vergleich zur Wellenhöhe zu gering wird. Das Verhältnis liegt bei 80 Prozent, das heißt, eine 80 Zentimeter hohe Welle bricht bei einem Meter Wassertiefe.

Wellen können tausende Kilometer weit wandern.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 18. November 2017)

Wie viel steckt in einem Kürbis?

11.11.2017

Gerade hatte der Kürbis seinen Starauftritt als Fratze bei Halloween. Doch der Kürbis kann noch mehr. Er ist reich an Nährstoffen, hat aber wenig Kalorien. Er enthält zum Beispiel sehr viel Beta-Carotin, das der Körper in Vitamin A umwandeln kann. Vitamin A ist wichtig für Augen, Haut und Schleimhäute. Außerdem enthält der Kürbis Mineralstoffe wie Kalium.

Verwandt ist er mit der Melone oder Salatgurke. Ursprünglich heimisch war er in Mittel- oder Südamerika. Dort wurde er schon vor 8000 Jahren angebaut. Durch die Entdeckung Amerikas verbreitete er sich ganz schnell in der ganzen Welt. Hast du schon einmal Kürbis gegessen? Probiere doch mal zusammen mit deiner Familie folgendes Suppenrezept aus.

Du brauchst dafür nur einen Hokkaido-Kürbis, 3 mehlig kochende Kartoffeln, 1 Zwiebel, Crème fraîche und 1 Liter Gemüsebrühe. Kartoffeln schälen, beim Kürbis die Kerne entfernen und alles in kleine Würfel schneiden. Zwiebel häuten, schneiden und mit Butterschmalz dünsten. Die Kürbis- und Kartoffelwürfel dazugeben, mitdünsten. Dann heiße Brühe aufgießen, aufkochen und zugedeckt bei schwacher Hitze in 15 Minuten weich garen, pürieren. Crème fraîche unterrühren. Dann würzt du ganz nach deinem Geschmack: Salz, Pfeffer, Koriander, Cayennepfeffer? Lecker! Ganz nebenbei hast du dabei noch entdeckt, dass man die Schale mitessen kann.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 11. November 2017)

Warum träumen wir beim Schlafen?

04.11.2017

Und, was hast du heute Nacht geträumt? Weißt du das noch? Vielleicht hast du dich ja auch schon einmal gefragt, woher deine nächtlichen Abenteuer kommen.

"Was jemand in seinem Traum erlebt, kann man als Forscher nicht direkt beobachten. Der Träumende kann uns auch nur im Wachen vom Traum erzählen, währenddessen schläft er ja", erklärt Professor Frank Eggert vom Institut für Psychologie an der TU Braunschweig. "Man kann aber während des Schlafes die Hirnaktivitäten messen. Dann sieht man, dass die verschiedenen Wahrnehmungszentren im Gehirn - wie beispielsweise das Sehzentrum - immer wieder aktiv sind."

Das Gehirn tut also so, als würde man etwas sehen, obwohl die Augen geschlossen sind. So schafft es das Gehirn, auch im Traum eine Außenwelt zu erzeugen, die es eigentlich gar nicht gibt. Zugleich werden bestimmte Bereiche gehemmt. Wenn wir während eines Traums rennen, liegen wir zwar oft nicht seelenruhig im Bett, aber wir rennen natürlich nicht wirklich. Und auch unser Gedächtnis wird "gehemmt", sodass wir uns an unsere Träume häufig nur kurz nach dem Aufwachen erinnern können.

Aber warum träumt man überhaupt? Forscher sind sich hierzu nicht ganz einig: "Die Psychoanalytiker meinen, aus Träumen etwas über verborgene Wünsche erfahren zu können. Biopsychologen weisen darauf hin, dass Träumen für das Lernen wichtig ist. Aber vielleicht ist dem Gehirn nachts auch einfach nur langweilig."
Die Experten rätseln.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 04. November 2017)

Hat der Seeigel Feinde?

28.10.2017

Kannst du dir vorstellen, dass die stachelbesetzten Seeigel überhaupt Feinde haben? Die Stacheln sitzen auf stabilen Platten, die fast den ganzen Körper umhüllen. Mit den Stacheln kann sich der Seeigel verteidigen und auch vorwärtskommen. Außerdem haben die Seeigel zwischen den Stacheln Saugfüßchen zum Fortbewegen und kleine Zangen. Mit den Zangen reinigen sie ihren Körper, verteidigen sich gegen Angreifer und sammeln auch Nahrung ein. Der Mund mit fünf kräftigen Zähnen liegt auf der Unterseite. Mit diesen weiden viele Seeigelarten Algen ab. Seeigel kommen in allen Meeren vor.

Viele Räuber wollen gerne das weiche Innere fressen. Krebse brechen beispielsweise die Stacheln ab und knacken dann den Panzer auf. Viele Schnecken wie die Helmschnecken haben es ebenfalls auf Seeigel abgesehen. Sie produzieren jede Menge Schleim, um die Stacheln und Zangen zu verkleben. Und dann bedienen sie sich sogar der Chemie, um den Seeigel fressen zu können. Sie bohren mit Hilfe von Schwefelsäure ein Loch in den Panzer. Auch Seeotter fressen Seeigel. Sie schlagen die Seeigel mit Steinen auf. Stabile Räuber-Beutebeziehungen sind für die Meere wichtig. Gibt es zu viele Seeigel, werden sie zur Plage. Sie weiden dann zu viele Algen und ganze Tangwälder ab. Gibt es zu wenig, fehlt eine wichtige Nahrungsquelle für viele Tiere.

Ein Roter Pazifik-Seeigel fährt seine Stacheln aus.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 28. Oktober 2017)

Alles über Schulbücher

21.10.2017

In der Schule lernen wir mit Schulbüchern, ganz klar. Aber wer bestimmt überhaupt, was da drinsteht und sahen Schulbücher schon immer gleich aus?

Im Georg Eckert Institut (GEI) für Schulbuchforschung in Braunschweig gibt es die größte Schulbuchbibliothek der Welt. Hier stehen 176 000 Schulbücher aus 173 Ländern. Das GEI sammelt Schulbücher der Fächer Geschichte, Religion, Geografie und Sachkunde. Eckhardt Fuchs, der Direktor des GEI, erklärt, warum die Erforschung von Schulbüchern so wichtig ist: "Schulbücher bestimmen, was wir über die Welt wissen und wie wir uns unsere Meinung bilden. Sie haben also einen großen Einfluss auf die gemeinsamen Werte in unserer Gesellschaft."

Das Aussehen von Schulbüchern hat sich in den letzten 150 Jahren sehr verändert. Früher gab es nur Texte zum Auswendiglernen und gar keine Bilder - das sieht heute anders aus. "Ein Schulbuch der vier genannten Fächer wird im Durchschnitt 5-7 Jahre benutzt. Danach ist es schon veraltet, weil es neues Wissen gibt oder manche Ereignisse die Welt verändern, zum Beispiel bei wichtigen politischen Entwicklungen", so Herr Fuchs.

Was in Schulbüchern steht, bestimmen die Bildungsministerien der Bundesländer. Die entwickeln gemeinsam mit Wissenschaftlern und Lehrern einen Plan, was die Schüler lernen sollen. Der dient als Grundlage für Schulbuchverlage.

176.000 Schulbücher stehen im Georg-Eckert-Institut.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 21. Oktober 2017)

Warum sind die Pinguine schwarz und weiß?

14.10.2017

In vielen Zoos könnt ihr Pinguine beobachten. In der Natur kommen sie nur auf der Südhalbkugel der Erde vor. Sie gehören zu den Vögeln, können aber nicht fliegen.

Das müssen sie auch nicht, denn sie können extrem gut schwimmen. Dazu trägt auch die stromlinienförmige Körperform bei. Trotzdem hat der Pinguin viele Feinde wie Robben, Haie, Schwertwale, Raubmöwen oder Riesensturmvögel. Sein Frack hilft ihm dabei zu überleben. Schwimmt ein Feind unterhalb des Pinguins, sieht er den weißen Bauch, der den Pinguin gut gegen den hellen Himmel tarnt. Wenn ein Feind jedoch den Pinguin von oben sieht, schaut er auf die schwarze Seite des Pinguins, die sich wiederum gegen die dunklen Meerestiefen kaum abhebt.

Viele weitere Anpassungen sorgen dafür, dass der Pinguin gut in seiner Umwelt zurecht kommt. Sein dichtes Federkleid mit Ölfilm, die Daunen und die dicke Fettschicht sorgen dafür, dass er nicht erfriert.

Auch die Füße weisen eine Besonderheit auf. Das warme Blut, das in die Füße strömt, wird direkt an den Adern vorbeigeführt, in denen kaltes Blut wieder in den Körper zurückströmt. Die Temperaturen beider Adern gleichen sich an. Der Pinguin hat so immer kalte Füße und verliert nicht so viel Wärme an die Umgebung. Außerdem kann er so am Eis nicht festfrieren.

Der Pinguin hat sich an seinen Lebensraum angepasst.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 14. Oktober 2017)

Mit Müll die Welt verbessern

07.10.2017

Du hast deinen Joghurt ausgelöffelt und wirfst ihn anschließend in die Wertstofftonne oder den gelben Sack. Aber hast du dich schon einmal gefragt, was eigentlich mit unserem Plastikmüll passiert und warum es so wichtig ist, Müll zu trennen?

"Abfall ist eine moderne Rohstoffquelle. So wird beispielsweise aus Altpapier wieder neues Papier und auch aus Kunststoff entstehen viele neue Produkte", erklärt Susanne Jagenburg von Alba, in Braunschweig zuständig für die Abfallentsorgung und das Recycling. "Der Abfall aus der gelben Wertstofftonne wird nach der Abholung in der Sortieranlage in Watenbüttel in zwölf verschiedene Materialarten getrennt." Die aussortierten Stoffe, also Alu, verschiedene Kunststoffarten, Getränkekartons und mehr, werden gepresst und gehen anschließend in die Verwertung. Kunststoff wird eingeschmolzen und mit Zusatzstoffen versetzt. Das dabei entstehende Kunststoffgranulat - kleine Plastik-Kügelchen - verarbeitet die Industrie zu neuen Plastikprodukten, zum Beispiel Waschmittelflaschen, Transportboxen oder auch Textmarkern.

"Recycling schont natürliche Ressourcen und das Klima", sagt Jagenburg. Neues Plastik wird nämlich aus Rohöl gemacht. Das findet man tief in der Erde. Aber es gibt nicht unendlich viel davon, und seine Verarbeitung stößt Treibhausgase aus. Durch Recycling werden diese Negativeffekte auf die Umwelt vermieden. Mitmachen lohnt sich also!

Alle gelben Säcke werden in eine Sortieranlage gebracht.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 07. Oktober 2017)

Was ist eine Mistel?

30.09.2017

Die Blätter fallen und jetzt sind sie wieder besser zu sehen: Die Misteln. Die Pflanze wächst hoch in Laubbäumen, kommt aber auch auf Nadelbäumen vor. Sie ist immergrün und ein Halbparasit. Das heißt, sie beschafft sich durch die Photosynthese ihre Nährstoffe selbst und bezieht nur Wasser und Mineralstoffe aus dem Wirtsbaum. Misteln sind für den Menschen giftig. Auch die Beeren sollten aufgrund der Klebrigkeit nicht verzehrt werden. Bemerkenswert ist ihre Verbreitung. Besonders Misteldrosseln fressen die Früchte und scheiden die Samen wieder aus. Reste des klebrigen Fruchtfleischs sorgen dann dafür, dass der Samen zufällig an einem Ast kleben bleibt. Ein anderer Vogel, die Mönchsgrasmücke, frisst dagegen nur die Fruchtschale. So bleibt der Samen mit dem klebrigen Fruchtfleisch am nächsten Ast hängen, wenn der Vogel versucht ihn wieder vom Schnabel zu streifen.

Zu Weihnachten werden Misteln oft als immergrüner Schmuck verkauft. Wer mag, darf sich unter einem Strauß von Misteln küssen. Doch die Mistel kann noch mehr. Seit Jahrhunderten wird die Pflanze in der Heilkunde verwendet. Schon 400 vor Christus wurde sie gegen Schwindelanfälle von dem berühmten Arzt Hippokrates empfohlen. Heutzutage rückt die Mistel wieder in den Mittelpunkt der Forschung nach neuen Wirkstoffen vor allem bei der unterstützenden Krebsbehandlung.

Die heimische Mistel ist ein Halbparasit.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 30. September 2017)

Wieso wird ein Ei beim Kochen hart?

23.09.2017

Ein rohes Ei ist noch flüssig und wird durchs Kochen hart, das weiß jeder. Aber wie genau funktioniert das?

Timm Wilke ist Juniorprofessor am Agnes-Pockels-Labor der TU Braunschweig. Er erklärt, dass das Eiklar zu 90 Prozent aus Wasser und nur zu 10 Prozent aus Proteinen, die wir auch Eiweiße nennen, besteht. "Die Bausteine von Proteinen sind Aminosäuren. Die werden in der Zelle gebildet und zu einer Kette verbunden. Diese Kette faltet sich ein, weil sich manche Aminosäuren anziehen und eine lockere Verbindung eingehen. Die gefaltete Kette ist das Protein", sagt Wilke.

Bei 65 Grad Celsius wird das Eiklar hart. Das funktioniert so: Durch Hitze bewegen sich die Proteine stark und die ursprünglichen Verbindungen brechen. Die Kette aus Aminosäuren faltet sich wieder auf und es entstehen neue Verbindungen. "Diesen Vorgang nennt man ?denaturieren?. Jetzt verbinden sich auch einige Bestandteile der entfalteten Proteine neu. Durch die neuen Verbindungen sind die Proteine nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form vorhanden, sondern es hat sich eine Art Netz gebildet. Das ist viel fester als die frei beweglichen Proteine - das Ei wird darum hart", so Timm Wilke. Das Wasser geht in dem Vorgang nicht verloren, sondern verteilt sich in den Zwischenräumen dieses Netzes.

Eigelb stockt übrigens ebenfalls bei etwa 65 Grad. Allerdings dauert es länger, bis die Hitze die Mitte des Eis erreicht, darum wird das Eigelb erst nach dem Eiklar hart.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 23. September 2017)

Was ist ein Resonanzkörper?

16.09.2017

Die Gitarre und die Geige haben einen großen Hohlkörper aus Holz, dieser schwingt mit, wenn ein Ton angespielt wird. Der Ton wird viel lauter, als wenn man nur eine Saite ohne Holzkörper anzupft. Warum ist das so?

Zupft man eine Saite an, wird um die Saite herum die Luft in Schwingung versetzt. Diese Schwingungen verbreiten sich weiter, bis der Ton unser Ohr erreicht. Der Holzkörper der Instrumente ist so gebaut, dass er beim Anzupfen der Saite mitschwingt und so den Ton verstärkt. Viel mehr Luft kann so um das Instrument herum in Schwingung versetzt werden und unser Ohr erreichen.

Wie schön dies dann klingt, ist einerseits dem Spieler, aber auch dem Instrumentenbauer zu verdanken. Denn die Form des Instruments sowie die Verbindung zwischen schwingender Saite und dem Instrument bestimmt unter anderem, wie gut jeder angespielte Ton durch das gesamte Instrument verstärkt wird.

Ganz einfach ausprobieren kannst du diese Resonanz mit einer Stimmgabel oder einer Mini-Drehorgel für Kinder. Stellst du diese, wenn du sie anspielst, auf verschiedene Materialien, schwingt der Untergrund mal gut, mal weniger gut mit. Probiere es mal in der Wohnung aus: auf dem Bett, Schrank oder Tisch. Ein Tipp: Ganz besonders scheußlich klingt es, wenn du die Drehorgel spielst und gegen ein Fenster hältst.
Auch hier hast du die Fensterscheibe als Resonanzkörper benutzt.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 16. September 2017)

Wieso kann ich Leitungswasser trinken?

09.09.2017

Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und kommt einfach aus dem Wasserhahn. Aber wie kommt es überhaupt in die Leitungen und wie wird sichergestellt, dass wir es ohne Gefahr trinken können?

"Das Wasser, das wir aus unserem Hahn zapfen, hat schon einen langen Weg hinter sich. In Braunschweig beziehen wir unser Wasser zum größten Teil aus Stauseen, die im Harz liegen", erklärt Stephanie Döring. Sie arbeitet bei BS Energy, dem Unternehmen, das weite Teile von Braunschweig mit Trinkwasser versorgt. Wenn das Wasser aus dem Stausee gelassen wird, fließt es erst ins Wasserwerk. Noch ist das Wasser zu schmutzig und sollte nicht getrunken werden. Im Wasserwerk wird Kohlendioxid, Kalkwasser und ein Flockungsmittel hinzugegeben. Das Mittel bewirkt, dass Schmutz und Schadstoffe gebunden werden und sich Flocken bilden. Das Wasser wird zweimal gefiltert, um die Flocken zu entfernen. Mineralien wie Magnesium und Kalzium bleiben aber erhalten.
"Dann wird das Wasser in der Reinwasserkammer desinfiziert. In Deutschland gibt es strenge Vorschriften, wie rein das Wasser sein muss. Daher wird es regelmäßig kontrolliert", so Frau Döring. Vom Wasserwerk aus fließt das Wasser in zwei großen Leitungen aus dem Harz nach Braunschweig. Wegen des Gefälles braucht es dafür nicht einmal Pumpen. Hier kommt es in zwei Übernahmestationen an, die das Wasser in die Leitungen der Stadt verteilen und bei euch für eine frische Abkühlung sorgen.

Das Braunschweiger Trinkwasser kommt aus dem Harz.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 09. September 2017)

Was ist eigentlich Vanille?

02.09.2017

Vanillepudding, Vanilleeis, Vanillekipferl. Lecker, aber was ist Vanille? Im Supermarkt kannst du im Gewürzregal fündig werden. In einer Glasröhre schimmert dir die Vanillefrucht entgegen. Zum Backen schneidet man die Vanille längs auf und kratzt das Mark heraus. Darin sind die Samen der Vanillefrucht enthalten.

Die Pflanze war ursprünglich in Mittelamerika heimisch. Viele Länder wollten dieses begehrte Gewürz nach der Entdeckung anbauen. Doch zuerst musste das Geheimnis der Bestäubung enthüllt werden. Da die Bestäuber nicht in den neuen Anbaugebieten leben, muss man die Pflanzen bis heute per Hand bestäuben.

Die Vanillepflanze ist eine Orchidee. Sie wird in tropischen Ländern angebaut. Da sie eine Kletterpflanze ist, braucht sie als Kletterhilfe z. B. Drachenbäume. Die Kapselfrüchte, manchmal - botanisch nicht korrekt - auch als Vanilleschoten bezeichnet, sind bei der Ernte grün. Sie werden dann getrocknet und fermentiert und sehen am Ende schwarzbraun aus. Ganz leicht kannst du daraus Vanillezucker herstellen: Einfach Zucker zusammen mit der Vanilleschote in ein Schraubglas sperren und ca. zwei Wochen warten. Fertig! In den wenigsten Produkten ist diese Vanillefrucht enthalten. Es gelang nämlich im 19. Jahrhundert das Vanille-Aroma künstlich herzustellen.
Diese Früchte sehen aus wie Bohnenschoten, sie gehören aber zur Vanillepflanze. Sie werden grün geerntet.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 02. September 2017)

Blau, grün, gelb, dann wieder weg

28.08.2017

Autsch! Mal laufen wir gegen die Bettkante, mal gegen den Türrahmen - das Ergebnis sind blaue Flecken. Aber wie entstehen die eigentlich, und wie verschwinden sie wieder?

"Blaue Flecken entstehen, wenn man sich stößt", sagt Dr. Wolfgang Eberl, Arzt für Kinder- und Jugendmedizin am Städtischen Klinikum in Braunschweig. "Unter unserer Haut liegen kleine Blutgefäße. Durch den Stoß gehen sie kaputt, und Blut tritt in das umliegende Gewebe aus."

Aufgrund des Farbstoffs Hämoglobin ist unser Blut rot. Dass die Stellen blau und nicht rot schimmern, liegt an der Eigenfarbe unserer Haut. Je nach Hautfarbe wirken blaue Flecken darum auch unterschiedlich. Wie schnell wir blaue Flecken bekommen, hängt davon ab, wie fest unser Bindegewebe ist. Darum bekommen ältere Menschen auch schneller blaue Flecken als jüngere.

Einen blauen Fleck behalten wir aber nicht für immer. "Unser Körper bemerkt, dass wir uns verletzt haben und macht sich daran, die kaputten Zellen abzubauen. Das ausgetretene Blut wird in mehreren Schritten abgebaut", erklärt Herr Eberl. So entstehen auch die verschiedenen Farben, die der Fleck annehmen kann: Erst ist er blau, dann grün-gelblich bis braunrot, bis am Ende das gesamte Blut beseitigt ist.

Blaue Flecken sind übrigens ganz normal. Jeder Mensch, der sich stößt oder hinfällt, bekommt welche. Es hilft dann, die Stelle zu kühlen, weil sich durch die Kälte die Blutgefäße zusammenziehen und so weniger Blut austritt.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 26. August 2017)

Warum eine Wespe schwarz-gelb gefärbt ist

21.08.2017

Auch du weißt sofort, wenn du eine Wespe siehst: Gefahr! Sie könnte mich stechen. Und diese Gefahr soll auch möglichst deutlich signalisiert werden. Andere Tiere erkennen sofort: Dieses Tier kann stechen oder schmeckt nicht. Allerdings müssen die Räuber (zum Beispiel Vögel) erst einmal lernen, dass von der Wespe Gefahr ausgeht. Dafür ist es wichtig, dass möglichst viele Wespenarten dieselbe Warnfarbe haben.

Ein paar einzelne Insekten werden so immer geopfert, bis auch der letzte junge Vogel sich gemerkt hat, dass diese stechen können. Die Masse der anderen schwarz-gelben Insekten ist dann aber nicht mehr gefährdet.

Auf diesen Zug springen dann wiederum andere Arten wie die Schwebfliege auf. Sie ist harmlos und ahmt die gefährliche Wespe nur nach. Du bist vielleicht auch schon einmal auf sie reingefallen. Noch pfiffiger sind jedoch weitere Insektenarten, denen die Forscher auf die Schliche gekommen sind. Sie tarnen sich gleich als Räuber. Viele Wespen jagen nämlich andere Insekten. Wenn man sich als Beutetier nun auch schwarz-gelb tarnt, wird man von den Wespen in Ruhe gelassen.

Warum allerdings einige Insekten sehr ähnlich wie ihre Vorbilder aussehen und andere nur sehr oberflächlich deren Aussehen annehmen, ist noch nicht geklärt. Vielleicht können manche Räuber einfach schlechter sehen oder beobachten als andere.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 19. August 2017)

Wenn Worten Flügel wachsen

14.08.2017

Es ist allerhöchste Eisenbahn - das hast du bestimmt schon einmal gehört. Damit meint man, dass etwas sehr dringend ist. Der Satz ist ein geflügeltes Wort. Aber was sind eigentlich geflügelte Worte?

Dr. Imke Lang-Groth ist Sprachwissenschaftlerin an der Technischen Universität Braunschweig. Sie erklärt, dass geflügelte Worte Sprachwendungen sind, die benutzt werden, weil sie eine Sache besonders gut ausdrücken und auf den Punkt bringen können. Die Bezeichnung "geflügeltes Wort" geht auf den antiken griechischen Dichter Homer zurück, der sie als "vom Mund des Redners zum Ohr des Angeredeten fliegende Worte" bezeichnete. Anders als bei Sprichwörtern ist die Herkunft von geflügelten Worten bekannt - es handelt sich nämlich um Zitate aus der Literatur oder Äußerungen von berühmten Menschen. Die allerhöchste Eisenbahn stammt zum Beispiel aus der Feder des Schriftstellers Adolf Glaßbrenner.

"Wenn Du aufmerksam zuhörst, merkst du, wie häufig wir geflügelte Worte benutzen. Sie müssen nicht unbedingt aus dem Deutschen kommen, sondern können aus jeder anderen Sprache stammen. Viele der geflügelten Worte sind auch der Bibel entnommen, zum Beispiel der Satz ?Perlen vor die Säue werfen?, den wir benutzen, wenn jemand eine schöne Sache nicht wertschätzt", sagt Frau Lang-Groth.

Die wichtigste Sammlung von geflügelten Worten stammt übrigens aus dem Jahr 1864. Damals hat der Berliner Oberlehrer Georg Büchmann alle bekannten geflügelten Worte gesammelt und in einem Buch veröffentlicht.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 12. August 2017)

Wie du am Glockenschlag die Uhrzeit erkennst

07.08.2017

Es ist mitten in der Nacht. Plötzlich hört man die Kirchturmuhr. Sie schlägt zuerst viermal und dann erneut dreimal. Wie spät ist es also? Es ist drei Uhr nachts. Viele Kirchturmuhren schlagen zu den Viertelstunden mit einer Glocke und geben die vollen Stunden mit einem anderen meist tieferem Glockenton an. Die Glocke für die Viertelstunden erklingt meist zuerst und dann folgt erst die Anzeige, welche Stunde denn gemeint ist. Kirchturmuhren kennen aber nur zwölf Stunden. Man muss also rausgucken, ob es Tag oder Nacht ist.

Um das mit den Viertelstunden zu verstehen muss man sich die Uhr als Kuchen vorstellen. Um 3.15 Uhr ist genau ein Viertel des Kuchens vom Zeiger überstrichen worden. Also schlägt die Uhr einmal. Um halb gibt es zwei Viertel des Kuchens. Die Uhr schlägt zweimal. Um 3.45 Uhr sind drei Viertel des Kuchens vergangen. Die Uhr schlägt dreimal. Um Vier Uhr würde die Uhr dann erst viermal für die volle Stunde (den ganzen Kuchen) und dann noch einmal viermal für die Uhrzeit 4 Uhr schlagen.

Dies ist nur ein Beispiel wie die Kirchturmuhr funktioniert. Es gibt auch Uhren, die zum Beispiel für die halbe Stunde nur einmal schlagen oder zur ganzen Stunde keinen Viertelstundenschlag erklingen lassen. Als noch nicht jeder eine Uhr oder eine Handy hatte, hörten die Menschen auf die Kirchturmuhr, um zu wissen wie spät es ist.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 05. August 2017)

Klebriges Gold

31.07.2017

Honig kommt von Bienen - das weiß jeder. Aber weißt du, wie genau sie das machen?

"Honigbienen leben in Staaten mit strenger Arbeitsteilung. Im Sommer besteht der Staat aus 30 000 bis 50 000 Bienen. Nur die Arbeiterinnen sind für die Honigproduktion zuständig. Auf der Suche nach Blüten verlassen sie regelmäßig den Bienenstock", erklärt Dr. Gerlinde Nachtigall vom Julius Kühn-Institut in Braunschweig.

Mit ihrem Rüssel sammelt die Arbeiterin den Nektar vieler Blüten. Der gesammelte Nektar befindet sich im Bauch der Biene, in der Honigblase. Er enthält noch viel Wasser und muss getrocknet werden, damit er lange haltbar ist. Dafür wird er über den Rüssel in kleinen Tröpfchen der trockenen Luft im Bienenstock ausgesetzt und wieder eingesogen. Das kann man sich vorstellen wie eine Kaugummiblase. Diesen Vorgang wiederholt die Biene mehrfach. "Anschließend kommt der Nektar in leere Honigzellen, wobei die Biene dem Honig mit ihren Flügeln Luft zufächelt, um ihn weiter zu trocknen. Ist er trocken genug, wird der Honig in die Wabe eingelagert und nach einer Reifezeit mit einer Wachsschicht versehen. Ob der Honig reif ist, erkennt man also daran, ob ein Wachsdeckel auf der Wabe sitzt", so Frau Nachtigall. Eine Biene produziert so in ihrem rund fünfwöchigen Leben etwa zwei Teelöffel Honig.

Honig dient den Bienen als Nahrung im Winter. Wenn wir den Bienen Honig wegnehmen, sorgt der Imker dafür, dass die Bienen genug Ersatz bekommen. Das ist meist flüssige Zuckerlösung.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 29. Juli 2017)

Wie sieht tropischer Regenwald aus?

24.07.2017

Mit der Machete muss man sich durchschlagen, wilde Tiere begegnen einem auf Schritt und Tritt, und überall sieht man blühende Pflanzen? Eher nein. Wenn du jetzt gerade drin stehen würdest, würdest du dich vermutlich wundern. Denn ein tropischer Regenwald ist am Boden meist gar nicht so dicht bewachsen. Da kaum Licht zum Boden durchdringt, findet das meiste quirlige Leben in den Baumwipfeln statt. Deswegen haben Forscher dort auch schon verschiedene Stationen aufgebaut, die entweder wie riesige Baumhäuser, Kletterpfade oder sogar Gummiboote aussehen. Doch auch in den Baumwipfeln muss man große wilde Tiere aufwendig suchen. Tiere, die man überall sofort findet, sind Ameisen und weitere Insekten.

Tropischen Regenwald gibt es überall auf der Erde, wo es sehr viel regnet und gleichzeitig sehr lange die Sonne scheint. Also rund um den Äquator. In diesen Regenwäldern gibt es keine Jahreszeiten. Die Wälder sind immergrün. In ihnen gibt es unglaublich viele Pflanzenarten und Tiere. Holzt man diese Wälder jedoch ab, bleibt nicht viel übrig. Der Boden an sich ist nämlich nährstoffarm.

Warum ausgerechnet der tropische Regenwald so artenreich ist, wird intensiv erforscht und diskutiert. Vielleicht gibt es so viele Arten, da sie bei geringem Nährstoffangebot aus dem Boden so hart ums Überleben kämpfen müssen.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 22. Juli 2017)

Wenn Eis vom Himmel fällt

17.07.2017

Es blitzt, donnert und auf einmal prasseln kleine Eiskugeln auf die Erde. Die Rede ist natürlich von Hagelkörnern. Aber wie entstehen die eigentlich?

Agnes Straaten ist Meteorologin an der TU Braunschweig. Sie erklärt, dass Hagel nur in Gewitterwolken entstehen kann: "Diese Wolken sind zum Teil über 10 Kilometer hoch und bilden sich, wenn kalte auf warme Luft trifft. Die kalte Luft schiebt sich dabei unter die warme. Das Wasser, das in der Luft enthalten ist, kondensiert. Das bedeutet, dass sich Wassertropfen bilden." Durch die verschiedenen Lufttemperaturen entstehen in der Wolke Aufwinde, denn warme Luft steigt nach oben. Die Aufwinde blasen die Wassertropfen nach oben, wo sich Eiskristalle bilden, denn oben in unserer Atmosphäre ist es richtig kalt. Oben angekommen, fallen die kleinen Eiskristalle innerhalb der Wolke wieder herunter und sammeln andere Wassertropfen ein, so dass sich kleine Hagelkörner bilden. "Weil es den Aufwind in der Wolke gibt, werden sie dann immer wieder nach oben geschleudert und wachsen dabei weiter an. Wenn man ein Hagelkorn aufschneidet, lässt sich eine zwiebelartige Struktur erkennen. Mehrere Schichten Wasser haben sich daran angelagert. Das Auf und Ab geht immer so weiter, bis das Hagelkorn so schwer ist, dass der Aufwind es nicht mehr halten kann. Dann fällt es als Hagel auf die Erde", so Frau Straaten.

Übrigens: Die Eiskörner nennt man nur Hagel, wenn sie größer als einen halben Zentimeter sind. Sind sie kleiner, bezeichnet man sie als Graupel.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 15. Juli 2017)

Warum nimmt in der Höhe der Luftdruck ab?

10.07.2017

Luft ist nicht Nichts. Das merkst du, wenn du dich zum Beispiel gegen den Wind stemmst. Die gesamte Erde umgibt eine große Lufthülle. Da Luft aus winzigen Teilchen besteht, werden diese genauso wie du und alles um dich herum von der Schwerkraft angezogen. So hat Luft auch ein Gewicht.

Du wiegst vielleicht 25 kg und ein Auto um die 1000 Kilogramm. Ein Liter Luft, also eine Milchflasche Luft, wiegt nur etwas mehr als ein Gramm. Das klingt wenig. Die gesamte Luft über dir bringt es auf sehr viel Gewicht. Insgesamt drückt mehr als ein Elefant auf dich. Ein Gewicht, das wir allerdings gewöhnt sind. Es drückt immer gegen uns und macht uns nichts aus. Diese Kraft, die auf eine bestimmte Fläche auf dich wirkt, nennt man Luftdruck.

Der Luftdruck nimmt in der Höhe ab. Wenn du zum Beispiel schnell mit dem Fahrstuhl nach oben fährst, nimmst du den Druckabfall war. Du bekommst Druck auf die Ohren. Warum dieser Luftdruck in der Höhe abnimmt, kannst du dir ganz einfach vorstellen. Stell dir die Luft über dir wie eine Luftsäule von vielen Kilometern Höhe vor. Wenn du einen Berg hinaufkletterst, bleibt weniger dieser Luftsäule über dir übrig. Diese bist du ja schon hinaufgewandert. Beim Mount Everest wären dies dann schon ungefähr 8848 Meter Luftsäule weniger, die dann nicht mehr auf dem Körper lasten.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 08. Juli 2017)

Was sprudelt im Mineralwasser?

03.07.2017

Bestimmt wurdest du auch schon einmal gefragt, ob du lieber stilles oder Sprudelwasser trinken möchtest. Viele sagen dann, sie wollen Wasser mit Kohlensäure trinken. Aber wusstest du, dass das eigentlich Quatsch ist? In Sprudelwasser ist nämlich so gut wie gar keine Kohlensäure.

"Was die meisten Menschen als Kohlensäure bezeichnen, ist in Wirklichkeit Kohlenstoffdioxid, also CO2. Um Sprudelwasser herzustellen, wird das Gas mit hohem Druck in das Wasser gepresst und löst sich dort. Nur 0,2 Prozent des gelösten Kohlenstoffdioxids reagieren mit dem Wasser zur Kohlensäure", erklärt Cornelia Borchert, Mitarbeiterin in der Abteilung für Chemiedidaktik an der TU Braunschweig. Für die kleinen Bläschen im Wasser ist also gar nicht die Kohlensäure verantwortlich, sondern das Kohlenstoffdioxid, das sich in den Bläschen zusammenfindet.

"Um das CO2 wieder aus dem Wasser herauszubekommen, gibt es verschiedene Wege. Du kannst zum Beispiel gut beobachten, wie sich beim Schütteln und Öffnen der Flasche die kleinen Bläschen bilden, die nach oben steigen und entweichen. Wenn die Flasche erwärmt wird, verschwindet das Kohlenstoffdioxid ebenfalls. Darum schmeckt warmes Sprudelwasser auch so abgestanden", sagt Frau Borchert. Das ist nicht nur bei Wasser so, sondern bei allen sprudelnden Getränken, also auch bei Cola oder Fanta.

Übrigens: Kohlenstoffdioxid strebt in Wasser immer nach oben, darum steigen die Bläschen in der Flasche oder im Glas auch hoch.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 01. Juli 2017)

Was sich hinter E-Nummern verbirgt

26.06.2017

Wenn du schon einmal dunkle Limo getrunken hast, hast du vielleicht schon einmal die E-Nummer 150d zu dir genommen. Das sogenannte Zuckerkulör färbt viele Getränke dunkel.

Ganz viele Lebensmittel, die industriell hergestellt werden, enthalten Zusatzstoffe. Sie sollen zum Beispiel das Essen haltbarer machen, für ein besseres Aussehen sorgen oder einfach schmackhafter, meist süßer machen. Die Europäische Union (EU) vergibt eine E-Nummer für jeden zugelassenen Stoff. Dies können zum Beispiel Farbstoffe sein. Alle Farbstoffe beginnen mit der Nummer 1.

Süß schmeckt vielen gut. Deswegen werden Lebensmitteln auch viele Süßstoffe zugesetzt. Alle E-Nummern, die mit 9 anfangen, sind Süßungsmittel.

Die Haltbarkeit ist auch ganz wichtig für Lebensmittel. Deswegen werden oft sogenannte Konservierungsstoffe zugesetzt. Diese erkennt man daran, dass die Nummer mit 2 beginnt.

Bedeutsam sind noch Geschmacksverstärker, die immer mit der 6 beginnen. Vielleicht hast du schon einmal von Glutamat gehört, dem bekanntesten Geschmacksverstärker. Im Internet gibt es Listen aller dieser Stoffe. Auf den Verpackungen kann jedoch auch statt der Nummer die spezielle Bezeichnung des Stoffs angeben werden. Auf jeden Fall sind diese Angaben wichtig für Menschen mit Allergien oder Lebensmittelunverträglichkeiten.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 24. Juni 2017)

Wieso sieht man den Mond auch tagsüber?

19.06.2017

Tagsüber scheint die Sonne und in der Nacht leuchtet der Mond? Nicht immer! Bestimmt hast du auch schon einmal am Tag in den Himmel geschaut und den Mond entdeckt. Aber wieso können wir den Mond manchmal auch tagsüber sehen?

Professor Joachim Block leitet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Braunschweig und Göttingen. Er erklärt, was es mit dem Mond am Tage auf sich hat: "Er umkreist unseren Planeten etwa 27 Tage. Sowohl die Erde als auch der Mond werden von der Sonne beleuchtet. Je nachdem, wo er im Verhältnis zu Sonne und Erde gerade steht, beobachten wir die verschiedenen Mondphasen von Vollmond bis zum Neumond, weil wir ihn unter verschiedenen Blickwinkeln sehen.

Die Erde dreht sich einmal am Tag um sich selbst. Wenn wir gerade auf der dem Mond zugewandten Seite der Erde stehen, können wir ihn eigentlich immer sehen. Tagsüber ist es aber meistens zu hell, weil die Sonne so stark scheint. Das vom Mond reflektierte Licht wird von der Sonne überstrahlt. Am Nachthimmel sehen wir ihn hingegen voll beleuchtet, weil die Sonne gerade nicht auf unseren Erdteil scheint. "Wenn die Sonne aber nicht ganz so hell strahlt, vor allem am Morgen und ab den späten Nachmittagsstunden, können wir den Mond auch schon tagsüber sehen", sagt Joachim Block.

Übrigens: momentan haben wir Halbmond und nächste Woche Neumond. Schau doch einmal in den Himmel und beobachte, wann du den Mond sehen kannst und wie die Sichel immer schmaler wird!

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 17. Juni 2017)

Wunderschöne Tropfsteinhöhlen

12.06.2017

Es ist stockdunkel. Aber nur für ein paar Sekunden. Denn bei jeder Führung in der Iberger Tropfsteinhöhle wird einmal kurz das Licht ausgeschaltet. Die Besucher bekommen so einen Eindruck davon, wie es für die Forscher war, so eine Höhle ohne elektrisches Licht zu entdecken. Die Tropfsteine sind im Licht wirklich beeindruckend. Tropfen für Tropfen entstehen sie. Zuerst löst kohlensäurehaltiges Wasser den Kalkstein der Höhle. Das Wasser tropft irgendwo von der Decke. Kohlendioxid entweicht dem Wassertropfen und zurück bleibt Kalk.

Ein riesiger Stalagmit - das ist der Tropfstein, der von unten heranwächst - ist besonders beeindruckend. Er ist um die 250 000 Jahre alt. Dieser Tropfstein hat sogar eine Eiszeit erlebt! Von diesem Eis, das die Höhle lange Zeit ausfüllte, wurde der Stalagmit ein Stück verschoben. Die Tropfsteine, die von oben herunterwachsen heißen übrigens Stalaktiten. Aber egal, wie sie heißen. Sie sind vor allem alle wunderschön! Mehrere Höhlen im Harz kann man begehen und die Tropfsteine bestaunen. Dass solche Tropfsteine schon vor Jahrhunderten sehr begehrt waren, auch davon legt die Höhle Zeugnis ab: Mehrere wurden entfernt und dann in früheren Zeiten in Apotheken als Medizin verkauft. Auch heute noch nehmen manchmal Frevler Tropfsteinbrocken mit. Schade, denn die wachsen nur Tropfen für Tropfen, also ganz langsam nach!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 10. Juni 2017)

So fließt Strom durch die Leitung

06.06.2017

Was haben Lampen, Wasserkocher und Staubsauger gemeinsam? Richtig - sie brauchen alle Strom. Den bekommen die meisten Geräte aus der Steckdose. Aber hast du dich auch schon einmal gefragt, warum der elektrische Strom überhaupt durch Kabel fließen kann?

Dr. Anne Geese arbeitet in der Abteilung für Physikdidaktik an der TU Braunschweig. Sie erklärt, dass es Materialien gibt, die Strom leiten, und solche, die das nicht können. "Alle Metalle können Strom leiten, also Gold, Silber, Kupfer und auch Eisen. Damit der Strom fließen kann, müssen sich Elektronen frei bewegen können." Elektronen sind kleine, negativ geladene Teilchen, die durch die Leitung flitzen. Metalle sind so aufgebaut, dass die einzelnen Atome in regelmäßigen Abständen zueinanderstehen. Durch diese Gitterstruktur können sich die Elektronen frei hindurchbewegen.

"In den meisten Stromkabeln sind Kupferdrähte verarbeitet, weil Kupfer den Strom gut leitet und nicht so teuer ist. Damit man beim Anfassen des Kabels keinen Stromschlag bekommt, sind die Drähte von einem Gummi ummantelt", so Frau Geese. Materialien wie Holz oder Gummi, die keinen Strom leiten können, heißen Isolator. Sie haben keine Gitterstruktur und die Elektronen sind daher nicht beweglich.

Stromkabel begegnen uns überall im Alltag. In Hauswänden sind zum Beispiel viele Kabel gelegt, damit der Strom zur Deckenlampe und zu den Steckdosen kommt. Außerdem nutzt man nicht-isolierte Kabel, um Pferdekoppeln oder Kuhwiesen zu umzäunen.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 03. Juni 2017)

Kann man Insekten essen?

29.05.2017

Über 2 Milliarden Menschen würden bei dieser Frage mit ja antworten. Denn sie ernähren sich fast täglich davon. Rund 2000 Insektenarten stehen vor allem in den wärmeren Gebieten in Süd- und Mittelamerika, Afrika, Süd- und Ostasien auf dem Speiseplan.

Da die Weltbevölkerung die nächsten Jahrzehnte steigen wird, forschen Wissenschaftler intensiv an Insekten. Die zentrale Frage ist dabei, ob man mit Hilfe von Insekten mehr Menschen als bisher ernähren kann. Sie vergleichen zum Beispiel die Zucht von Rindern mit der von Insekten.

Bei der Insektenzucht gibt es Vorteile: Man kann Insekten auf einer kleineren Fläche als andere Tiere züchten. Es entsteht dabei weniger stickstoffhaltiger Dung und Urin. Die Forscher fanden auch heraus, dass Insekten viel Eiweiß, Fett und Mineralstoffe enthalten. Ein Nachteil ist jedoch, dass Insekten eine hohe Temperatur zum Wachsen und Vermehren brauchen. Eine Zucht lohnt sich vor allem in den wärmeren Tropen.

Eine Frage bleibt jedoch offen. Wie viele Menschen wollen Insekten essen? In Deutschland möchten dies noch relativ wenig Menschen. Deswegen setzen die Forscher darauf, die Zucht in den Ländern zu verbessern, in denen Insekten gerne gegessen werden. Außerdem hoffen die Forscher auf Nahrungsmittel wie Insektenkekse: Schmecken diese lecker, werden vielleicht mehr Menschen Insekten essen.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 27. Mai 2017)

Wozu ein Haus der Wissenschaft?

22.05.2017

Dieses Jahr hat das HdW seinen zehnten Geburtstag. HdW, das ist die Abkürzung für das Haus der Wissenschaft in Braunschweig. Aber was macht das HdW und warum gibt es so ein Haus?

Dr. Karen Minna Oltersdorf ist die Geschäftsführerin der Haus der Wissenschaft Braunschweig GmbH. Sie erklärt: "In Braunschweig gibt es die Uni und viele andere Forschungsstellen. Was dort herausgefunden wird, ist oft ziemlich kompliziert und schwierig nachzuvollziehen. Das Haus der Wissenschaft macht es sich zur Aufgabe, dieses Wissen für alle verständlich zu machen. Wir sind sozusagen die Schlaustelle für die Stadt."

Das HdW arbeitet eng mit Unternehmen und Wissenschaftlern zusammen. Die können im und mit dem HdW Veranstaltungen organisieren, bei denen die Bürger über die neuesten Erkenntnisse informiert werden. "Das sind ganz unterschiedliche Veranstaltungen, zum Beispiel Vorträge oder Diskussionsrunden. Wir bringen Bürger und Forscher zusammen, damit sie miteinander ins Gespräch kommen. Wissenschaftler wollen nämlich nicht nur im stillen Kämmerlein vor sich hin forschen, sondern möchten euch erzählen, was sie wissen", sagt Frau Oltersdorf. "Auch in anderen Städten gibt es Häuser der Wissenschaft, mit denen wir uns regelmäßig austauschen."

Die Arbeit des HdW ist vielfältig: Man kann hier lernen, diskutieren und selber forschen. Das HdW möchte alle Menschen ansprechen. Für euch gibt es zum Beispiel die KiWi-Forschertage für Kinder. Schaut doch mal (wieder) vorbei!

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 20. Mai 2017)

Wilde Tiere in der Stadt erkunden

15.05.2017

Löwen wirst du in Deutschland nicht in freier Wildbahn begegnen. Trotzdem kannst du auch in einem Stadtpark wilde Tiere sehen. Geh einmal am Morgen in den Park neben der Stadthalle in Braunschweig, den Viewegsgarten, und setze dich auf eine Bank.

Beobachte Stare, die über den Rasen stolzieren. Sie kannst du nämlich ganz leicht erkennen. Sie können tatsächlich schreiten und haben ein schwarzes Federkleid mit weißen Punkten. Große Wacholderdrosseln mit ihren grauen Köpfen suchen ebenfalls nach Futter. Eichhörnchen tauchen auf und klettern geschickt die Stämme rauf und runter.

Sobald du dich einmal eingesehen hast und die Arten kennst, wirst du immer mehr Geschichten erleben: Plötzlich wird es laut in den Bäumen. Krähen greifen ein Eichhörnchen an, das in ihr Revier eindringt. Und wohin ist der Star plötzlich verschwunden? Genau, in ein Loch im Stamm, in dem sein Nest ist.

Wenn du Spaß am Beobachten gefunden hast, lohnt sich ein Fernglas. Außerdem machen Wanderungen mit Kennern Spaß, die viele Gruppen rund um Braunschweig anbieten. Du wirst erstaunt sein, wie viele Tiere es um dich herum gibt: Zuerst erkennst du zum Beispiel nur die Stockente. Dann gehst du nach Riddagshausen und lernst die Reiherente mit der wilden "Frisur" kennen. Und plötzlich siehst du, welche Vielfalt sich auf den Teichen tummelt.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 13. Mai 2017)

Warum ein Heißluftballon aufsteigen kann

08.05.2017

Bei schönem Wetter kann man manchmal Heißluftballons am Himmel sehen. Vor dem Start wird der Ballon mit heißer Luft gefüllt, bis er samt Gondel und Mitfahrern abhebt.

Martin Buchholz arbeitet am Institut für Thermodynamik der TU Braunschweig und erklärt, warum ein Heißluftballon überhaupt vom Boden abheben kann: "Ein Heißluftballon hat ein bestimmtes Gewicht, weil die Ballonhülle und die darin enthaltene Luft, die Gondel und auch die mitfahrenden Personen ja etwas wiegen. Der Ballon hat außerdem ein bestimmtes Volumen. Das ist der Raum, den ein Objekt einnimmt. Das Verhältnis von Gewicht und Volumen nennt man Dichte." Wenn Luft erhitzt wird, dehnt sie sich aus und braucht mehr Platz. In einem Ballon mit heißer Luft ist daher weniger Luft als in einem kalten Ballon. Somit wiegt er weniger als die (kalte) Luft, die er verdrängt. Die Dichte der Luft im Heißluftballon ist also kleiner als in der Umgebung und der Ballon hebt ab. "Ein Körper mit geringerer Dichte als seine Umgebung strebt nach oben. Man nennt das Auftrieb. So geht ein Maiskorn zum Beispiel im Wasser unter. Popcorn dagegen schwimmt oben, weil es bei gleichem Gewicht ein viel größeres Volumen hat", so Herr Buchholz.

Zum Landen nutzt man übrigens den gegenteiligen Effekt. Wird der Brenner abgeschaltet, kühlt die Luft im Ballon ab, zieht sich zusammen und neue Luft strömt nach. Dadurch ist wieder mehr Luft im Ballon, er wird schwerer und sinkt wieder auf den Boden.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 06. Mai 2017)

Was ist eigentlich ein Pollen?

02.05.2017

Hatschi! So ist die Reaktion leidgeprüfter Heuschnupfenallergiker auf Pollen. Was für diese eine Plage ist, ist für die Natur wichtig. Pollen wird auch Blütenstaub genannt. Ohne Pollen ist eine geschlechtliche Vermehrung der Blütenpflanzen nicht möglich.

Krabbelt ein Insekt in einer Blüte herum, kann Pollen an seinen Haaren am Körper hängen bleiben.Dann fliegt das Insekt zur nächsten Blüte und streift einen Teil davon an der Narbe ab. Nun wächst das einzelne Pollenkorn zu einem Pollenschlauch aus und dringt bis zur Samenanlage vor. Es vereinigen sich der Inhalt des Pollenkorns mit dem der Samenanlage. Samen entstehen. Aus diesen können dann wieder Pflanzen hervorgehen.

Pollen von anderen Pflanzen kann aber auch vom Wind übertragen werden. Dieser ist sehr fein und kann sehr weit fliegen. Strecken von Braunschweig bis München sind möglich.

Pollen ist auch für die Forschung interessant. Pollen fällt in einen See und lagert sich am Grund zusammen mit toten Pflanzenteilen und Tieren ab. Ein Meter dieser Ablagerung "erzählt" dann über viele Tausend Jahre Klimageschichte. Denn mithilfe des Pollen kann man darauf schließen, was in einer bestimmten Zeit an einer Stelle gewachsen ist.

Auch ein Rätsel um die Gletschermumie Ötzi wurde anhand von Pollenanalysen gelöst. Pollen in seinem Magen belegte, dass er im Frühsommer starb.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 29. April 2017)

Utopia - die beste aller Welten?

24.04.2017

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, was du an der Welt ändern würdest, um sie besser zu machen? Diese Frage stellen wir Menschen uns schon ganz schön lange - der griechische Philosoph Platon machte sich zum Beispiel schon vor etwa 2400 Jahren darüber Gedanken. Es gibt auch einen Begriff dafür: die Utopie. Aber was ist das eigentlich?

"Der Begriff ?Utopie? kommt aus dem Griechischen. Er ist zusammengesetzt aus den Worten ?ou topos?, das bedeutet ?kein Ort?, und ?eu topos?, was ?guter Ort? heißt", erklärt Dr. Rüdiger Heinze. Er ist Professor für Anglistik an der TU Braunschweig. Utopisches Denken findet man überall: in Büchern, in Filmen oder der Malerei. Das wichtigste Merkmal ist, dass eine ideale Gesellschaft beschrieben wird. Es ist aber ziemlich schwierig, einen Ort zu finden, an dem alle Menschen glücklich sind. Weil wir alle so unterschiedlich sind, haben wir nämlich auch verschiedene Vorstellungen davon, wie die perfekte Welt sein soll.

"Die meisten Utopien wurden im 19. Jahrhundert erfunden, weil sich damals die Technik und die Gesellschaft schnell entwickelten. Die wichtigsten Utopien kommen aus England und Amerika. Im 20. Jahrhundert gab es dann Entwürfe über das Gegenteil, also schlechte Gesellschaften. Solche Entwürfe nennt man Dystopie", sagt Herr Heinze. Eigentlich kann sich jeder eine Utopie ausdenken. Das Schwierige ist, zu überlegen, ob alle Menschen damit einverstanden wären, oder ob es Personen gibt, die eine andere Vorstellung einer guten Gesellschaft haben.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 22. April 2017)

Was ist eine lebendige Hecke?

19.04.2017

An Feldern findest du Hecken, die für die Natur eine enorme Bedeutung haben. Denn sie sind meist sehr artenreich. In Gärten hingegen werden oft Hecken gepflanzt, die aus nicht-heimischen Bäumen und Sträuchern bestehen. Denn eine Hecke im Garten hat oft vor allem eine Aufgabe: Sie soll gut aussehen und einen gewissen Sichtschutz bieten.

An Feldern findet man dagegen Hecken, die relativ wild wachsen dürfen. In diesen Hecken passen heimische Tier- und Pflanzenarten gut zusammen. Sie haben sich im Laufe einer gemeinsamen Entwicklungsgeschichte aufeinander eingespielt. Ein Beispiel, das Forscher gezählt haben: Die Früchte des heimischen Weißdorns werden in Deutschland von 32 Vogelarten gefressen, die Früchte des nordamerikanischen Scharlachdorns dagegen hierzulande nur von 2. Deswegen spricht man bei diesen wilden Hecken mit heimischen Pflanzen auch von "lebendigen" Hecken. Tiere ernähren sich von ihnen und finden darin Unterschlupf.

Doch Hecken können noch viel mehr. Sie filtern die Luft und verhindern, dass Dünge- und Spritzmittel auf angrenzende Flächen gelangen. Der Boden wird gefestigt und nicht so leicht vom Wind und durch Wasser abgetragen. Außerdem bieten Hecken Schutz vor Lärm und Wind. Auch die Feuchtigkeit des Bodens nimmt um eine Hecke zu. Und besonders im Frühjahr sind die blühenden Hecken wunderschön!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 15. April 2017)

Warum bin ich so fröhlich?

10.04.2017

Mal sind wir fröhlich, mal traurig, mal aufgeregt - es gibt viele Gefühle. Wie sie entstehen, erklärt Professor Frank Eggert vom Institut für Psychologie der TU Braunschweig: "Wenn wir in unterschiedlichen Situationen sind, verändert sich die Aktivität unseres Gehirns. Es besteht aus vielen Nervenzellen, sogenannten Neuronen. Die sind miteinander verbunden durch chemische Botenstoffe, die sogenannten Transmitter. Angenommen, wir erleben etwas Positives, zum Beispiel bekommen wir ein Bonbon. Dann gibt es in bestimmten Bereichen des Gehirns mehr der Botenstoffe und die Aktivität erhöht sich. Damit einher geht zum Beispiel das Gefühl von Freude."

Wie unterschiedlich die speziellen Reaktionsmuster des Gehirns sind und ob man wirklich Freude, Glück oder Trauer in der Gehirnaktivität sehen kann, wird heutzutage intensiv erforscht. Was in unserem Gehirn vor sich geht und was wir daraufhin empfinden, ist das Eine. Wie wir über Gefühle sprechen, ist noch einmal etwas Anderes. Dabei spielen nicht nur unsere Empfindungen eine Rolle, sondern zum Beispiel auch, wie unser Gegenüber reagiert.

"Man sieht schon, das mit den Gefühlen ist ein bisschen kniffelig", sagt Herr Eggert, "Wir können uns zum Beispiel über das Bonbon von eben freuen. Wenn uns aber das Bonbon beim letzten Mal gar nicht geschmeckt hat und wir enttäuscht waren, werden wir uns diesmal nicht über das Bonbon freuen." Unser Gefühl ist also immer eine Reaktion auf die Situation und auf das, was wir in ähnlichen Situationen schon erlebt haben.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 08. April 2017)

Wie ein Dimmer funktioniert

03.04.2017

Gerade jetzt nach der Zeitumstellung fällt das Aufstehen morgens wieder ganz schön schwer. Wie schön, wäre es da, wenn man mit leicht gedämmten Licht aufstehen könnte, oder?

Die Lampe leuchtet, wenn du den Schalter betätigst, also den Stromkreis schließt. Elektronen bewegen sich durch die Leitung und bringen die Lampe zum Leuchten. Den Stromfluss kannst du dir ungefähr wie fließendes Wasser vorstellen. Dimmen funktioniert so, dass du einfach durch vorgeschaltete Technik der Lampe etwas weniger Strom zur Verfügung stellst. Als eine Möglichkeit könnte man sich vorstellen, dass man einfach einen Teil des Stroms wegnimmt, also zum Beispiel mit Hilfe eines Widerstands statt in Licht in Wärme umwandelt. Das wäre aber wenig schlau. Du müsstest am Ende die ganze Strommenge bezahlen.

Schlauer ist es, den Strom gar nicht erst anzuschalten. Und genau das wird gemacht. Wechselstrom schaltet sich sowieso ständig an und ab und wechselt sogar de Richtung. So schnell, dass du gar kein Flimmern der Lampe bemerkst. Wenn man es clever anstellt, kann man zwischen dem Wechseln der Richtung noch eine kleine Pause hinzufügen, in der gar kein Strom fließt. Effektiv fließt dann insgesamt weniger Strom und die Lampe leuchtet weniger hell.

Ein Dimmer lässt sich meist ohne große Probleme einbauen und ermöglicht gedämpftes Licht für gemütliche Stunden.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 01. April 2017)

Was ist der Lotos-Effekt?

27.03.2017

Hast du schon einmal gesehen, dass Wasser auf einer Oberfläche, zum Beispiel einer Pflanze, einfach abperlt? Wenn das passiert, spricht man vom Lotos-Effekt. Die Bezeichnung geht auf die Lotospflanze zurück, aber auch bei Kohl und manchen Insektenflügeln lässt sich dieser Effekt beobachten.

Dr. Timm Wilke ist Juniorprofessor für Chemiedidaktik am Agnes-Pockels-Labor in Braunschweig. Er erklärt: „Grund für den Lotos-Effekt ist der besondere Aufbau der Oberfläche. Man bezeichnet die Oberfläche als hydrophob, das heißt wörtlich ?wassermeidend?. Sie ist nicht ganz glatt, sondern mit vielen winzigen Wachskristallen besetzt. Diese sind nur wenige Nanometer groß, also mit bloßem Auge nicht mehr erkennbar.“ Die Kristalle verhindern, dass ein Wassertropfen sich ausbreiten kann, und so rutscht er vom Blatt herunter. Dabei nimmt er Schmutzpartikel mit. Wachs und Wasser können sich nämlich, ähnlich wie Essig und Öl, nicht vermischen und stoßen sich ab.

„Diesen Effekt aus der Natur kann sich der Mensch zunutze machen. Zum Beispiel gibt es spezielle wasserabweisende Kleidung oder sogar selbstreinigende Fenster, die diese besondere Struktur der Oberfläche nachahmen, so dass auch an ihnen das Wasser einfach abperlt und den Schmutz wegspült“, sagt Herr Wilke.

Den Lotos-Effekt kannst du übrigens auch zu Hause erforschen. Wenn du eine Kohlblume oder etwas Kapuzinerkresse nimmst und Wasser darüber rinnen lässt, siehst du, wie es abperlt. Du kannst auch noch andere Blätter nehmen und vergleichen, ob sie den gleichen Effekt haben.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 25. März. 2017)

Das Smartphone kann noch mehr

20.03.2017

WhatsApp, Snapchat und Spiele. Klar, all das kann das Smartphone und ist aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Das Smartphone ist ein kleiner und ziemlich wirkungsvoller Computer, der mit immer mehr sogenannten Sensoren vollgestopft wird.

In den neuesten Smartphones sind es mittlerweile um die 15. Sensoren sind technische Bauteile, die zum Beispiel Licht, Temperatur oder Luftdruck messen können. Diese Infos können sie dann in weitere Anwendungen überführen. Und wozu das Ganze?

Ein Beispiel. Durch die Helligkeit des Bildschirms wird sehr viel Energie verbraucht und der Akku ist schnell leer, was niemand so gerne hat. Deshalb misst ein Sensor die Helligkeit in der Umgebung und passt die Helligkeit des Bildschirms an.

Ein weiteres wichtiges Bauteil ist der Näherungssensor. Normalerweise steuerst du das Smartphone durch Berühren. Wenn du das Handy aber zum Telefonieren ans Ohr hältst, nimmt ein Sensor deine Wange wahr. Er sendet einen Infrarotstrahl aus, den die Wange reflektiert. Sofort wird die Steuerung durch Berühren abgeschaltet, damit du ohne Störung telefonieren kannst.

Ein besonders cooles Bauteil ist ein eingebautes Gyroskop. Durch schwingende Miniblattfedern erkennt der Sensor, ob das Handy gedreht wird. Der Bildschirm wird dann entsprechend angepasst.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 18. März. 2017)

Das kann ein 3D-Drucker

13.03.2017

Einen normalen Drucker kennt jedes Kind. Aber was ist ein 3D-Drucker?

Frithjof Hansing vom Protohaus in Braunschweig erklärt, dass man mit einem 3D-Drucker die unterschiedlichsten Objekte anfertigen kann.

„Im Gegensatz zu anderen Verfahren wird ein Gegenstand nicht aus einem Material ?herausgeschält?, sondern Schicht für Schicht aufgebaut. Für den 3D-Druck sind verschiedene Materialien geeignet, zum Beispiel Kunststoff oder Metall. Welches Material man benutzt, hängt vom Verfahren ab.“ Bei einem Verfahren wird ein pulverartiges Material mit einem Laser verschmolzen, bei einem anderen wird ein Kunststoff-Draht wie bei einer Heißklebepistole aufgeschmolzen und in Lagen aufgetragen.

„Bevor ein Gegenstand gedruckt werden kann, wird er in einem speziellen Computerprogramm modelliert. Für große Produktionen ist der 3D-Druck zwar noch nicht geeignet, aber er hat viele Vorteile: es ist beispielsweise möglich, sehr komplexe Teile, die mit herkömmlichen Verfahren nicht so einfach hergestellt werden könnten, zu drucken“, sagt Herr Hansing. Wir begegnen Produkten aus dem 3D-Druck oft in unserem Alltag, ohne es zu merken: Für viele Filme werden zum Beispiel Requisiten gedruckt. Auch für die technische Entwicklung von Handys oder Sportschuhen nutzt man den 3D-Druck.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Jeder mit Zugriff auf einen 3D-Drucker kann seinen Entwurf ausdrucken. Im Protohaus und bei den nächsten „KiWi-Forschertagen für Kinder“ im Haus der Wissenschaft kann man das übrigens einmal ausprobieren.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 11. März. 2017)

Was löten ist und wie es funktioniert

06.03.2017

Hast du schon einmal gelötet? Wenn nicht, dann solltest du es unbedingt einmal ausprobieren. Dabei wirst du dann bestimmt einmal den Satz hören: Nicht kleben, sondern löten. Und genau darum geht es. Durch Löten werden zwei Metalle mit einem Trick zu einer neuen Einheit verbunden.

Zum Beispiel könntest du zwei Drähte miteinander verbinden. Würdest du dies zum Beispiel mit Heißkleber machen, dann würde das nicht so gut funktionieren. Die Verbindung ist eventuell nicht so stabil und auch nicht stromleitend.

Beim Löten wärmst du die Lötstelle mit dem Lötkolben an. Dann gibt man das Lot hinzu. Dieses Lot sieht aus wie ein Draht und ist eine Metallmischung. Sie wird bei Temperaturen über 350 °C flüssig. Viel früher als deine anderen beiden Drähte. Würden alle gleichzeitig schmelzen, dann hättest du vor dir nur noch eine „Metallsuppe“ und nichts gewonnen. Durch das Löten entsteht nun an der Oberfläche der Drähte und dem geschmolzenen Lot eine neue Verbindung. Genau das, was man erzeugen wollte!

Wenn mal etwas schiefgeht, hast du eine sogenannte kalte Lötstelle erzeugt. Das Lot sitzt dann als Kugel nur oben auf. Es ist keine neue Verbindung entstanden. Deswegen sagt man dann auch so scherzhaft: Nicht kleben, sondern löten! Das Löten ist eine uralte Technik. Das Prinzip ist schon über 5000 Jahre alt. Damals lötete man nur ohne Strom für den Lötkolben, sondern mit Hilfe von Feuer.

Kabelbruch? Der Kopfhörer muss nicht auf den Müll. Das Kabel kann gelötet werden.

 

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 04. März. 2017)

Wie wird mein Zimmer warm?

25.02.2017

Wenn es im Winter bitterkalt ist, machst du die Heizung an, und es wird schön warm. Hast du dich auch schon einmal gefragt, wie das funktioniert?

Kerstin Bruns arbeitet beim Heizungsbauer Kesselheld in Düsseldorf. Sie erklärt: „Das wichtigste an der Heizung ist der Heizkessel. Darin wird ein Brennstoff verbrannt, meist Öl, Gas oder Holz. Durch den Heizkessel läuft Wasser, das durch die Flamme erhitzt wird. Dabei hilft ein sogenannter Wärmetauscher, denn Feuer und Wasser dürfen sich natürlich nicht berühren.“ Heizungen arbeiten mit Wasser, weil es prima Wärme speichern kann. Das heiße Wasser wird dann durch Rohre zu den Heizkörpern gepumpt.

Dort angekommen, fließt es von oben hinein. Wenn du die Heizung anfasst, spürst du, dass sie oben wärmer ist als unten. „Das heiße Wasser gibt die Wärme an die Umgebungsluft im Wohnraum ab. Die warme Luft steigt nach oben und kühlt beim Absinken auf den Boden ab. So entsteht ein Luftstrom, der das Zimmer erwärmt. Dieser Prozess heißt Konvektion. Das abgekühlte Wasser wird zurück zum Heizkessel geleitet“, sagt Frau Bruns.

Außen am Heizkörper befindet sich übrigens ein Thermostat. Darin ist ein Gas, das sich bei Wärme ausdehnt. Wenn es im Zimmer warm genug ist, sorgt es dafür, dass das Rohr verengt wird und weniger heißes Wasser nachfließen kann. Erst wenn der Raum sich abkühlt, wird das Rohr wieder freigemacht und die Heizung heizt stärker. Die Heizung regelt die Temperatur also abhängig von der Raumtemperatur und vom Wetter; darum ist es besser, den Regler immer gleich einzustellen.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 25. Februar. 2017)

Kratzen Wolkenkratzer an den Wolken?

18.02.2017

Wolkenkratzer klingt poetisch: ein Hochhaus, das bis an die Wolken reicht. Der Begriff ist eine Übersetzung des englischen Wortes „skyscraper“. Ursprünglich bezeichnet dieses Wort den höchsten Mast eines Segelschiffs.

Heutzutage gebraucht man das Wort für Gebäude, die mehr als 150 Meter hoch sind. Dies entspricht etwa 40 Etagen. Außerdem ist es wichtig, dass ein Wolkenkratzer bewohnt wird oder darin gearbeitet wird. Fernsehtürme oder der Eiffelturm zählen also nicht zu den Wolkenkratzern.

Heftig gestritten wird auch darüber, was unter der Höhe zu verstehen ist. Am wichtigsten ist die Höhe bis zur architektonischen Spitze: Dies ergibt die Höhe des Gebäudes. Dabei zählen Antennen nicht dazu. Diese werden nur bei der Höhe des gesamten Bauwerks dazugerechnet.

Das höchste Gebäude der Welt ist zurzeit der Burj Khalifa in Dubai. Es ist 828 Meter hoch. Im Jahr 2020 soll es in Saudi-Arabien ein Gebäude geben, das zum ersten Mal die Höhe von 1000 Metern sprengt. Fast unvorstellbar oder? Flach ausgebreitet müsste das Gebäude zum Beispiel in Braunschweig mindestens vom Schloss bis zum Theater reichen. Du bräuchtest circa 15 Minuten, um daran entlang zu spazieren.

Wolken befinden sich in unterschiedlicher Höhe über dem Boden. Ein Wolkenkratzer schrammt ab und zu eine Cumulus-Wolke, also eine Haufenwolke, eine Federwolke, genannt Cirrus-Wolke, dagegen nie!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 18. Februar. 2017)

Klein, winzig, nano

13.02.2017

Im Salz, in der Zahncreme oder im Rauch einer Kerze: Wir haben in unserem Alltag oft mit sogenannten Nanopartikeln zu tun – aber was ist das eigentlich?

„Nanopartikel sind kleinste Teilchen, die wir mit bloßem Auge nicht erkennen können. Der Begriff ?Nano? bezieht sich auf ihre Größe“, erklärt Dr. Timm Wilke, Juniorprofessor für Chemiedidaktik am Agnes-Pockels-Labor in Braunschweig. Eines der kleinsten Dinge, die wir mit bloßem Auge erkennen können, ist ein menschliches Haar. Es hat einen Durchmesser von rund 0,1 Millimetern oder 100 000 Nanometern. Nanopartikel sind zwischen einem und 100 Nanometern groß. Sie sind damit so klein, dass rund eintausend dieser Partikel oder sogar mehr nebeneinander in ein menschliches Haar passen.

Nanopartikel kommen häufig in der Natur vor, zum Beispiel als Ruß. Auch viele Botenstoffe in unserem Körper sind so klein. „Nanomaterialien können auch künstlich hergestellt werden. Viele Unternehmen machen dies, weil Nanopartikel besondere Eigenschaften haben, zum Beispiel schützen sie uns vor Sonnenbrand oder vor Bakterien“, sagt Herr Wilke. Außer ihrer Größe haben die Teilchen aber nicht viel gemeinsam: Sie können aus den unterschiedlichsten Stoffen bestehen.

Welche langfristigen Folgen die Verwendung auf uns und unsere Umwelt hat – und ob sie ganz unbedenklich sind, ist in vielen Bereichen noch nicht sicher. Mittlerweile sind künstlich hergestellte Nanopartikel schon in unserem Alltag angekommen. Sie sind in Kosmetika enthalten oder dienen als Rieselhilfe für Salz, damit es nicht verklumpt.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 11. Februar. 2017)